Ist Frühwarnung die Lösung?

A96-Tunnel: Immer öfter Stau durch die ausgelöste Höhenkontrolle

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Allein zwischen 1. und 20. April haben sechs Lkw die Höhenkontrolle es Echinger Tunnels ausgelöst.

Eching – Immer wieder, und leider immer öfter, verursachen zu hoch beladene Lkw auf der A96 lange Staus. Der Grund: Überragt das Fahrzeug eine Höhe von 4,40 Meter, löst das die Höhenkontrolle vor den Autobahntunneln aus. Dann schaltet die Ampel auf Rot – und nichts geht mehr. Lange Staus sind die Folge. Einen Ausweg aus dieser Situation verspricht sich die Autobahndirektion Südbayern mit der Einführung von Frühwarnsystemen, die rechtzeitig vor den Tunneln betroffene Lkw zur Umfahrung auffordern. Wie das aussehen könnte, hat der KREISBOTE erfragt.

Seit rund einem Jahr, und seit den aufwendigen Tunnelsanierungen, häufen sich auf der Autobahn A96 die Vorfälle durch ausgelöste Höhenkontrolle. Waren die Tunnel zuvor nicht davon betroffen, weil sich Teile der technischen Ausstattung an anderer Stelle befanden, hat sich diese Situation nun geändert. Empfindliche Technik, darunter der Brandmeldeschutz und die Beleuchtung, ist nun in der Tunneldecke untergebracht. Überschreitet ein Lkw die Maximalhöhe von 4,40 Meter, würde er diese beschädigen, wenn nicht gar herunterreißen.

Das Problem der falschen Ladung ist für die Autobahndirektion Südbayern nichts Neues. In Sachen Aufklärung ging die Behörde sogar in die Offensive, rief Speditionen und andere Unternehmen an, um an die dringende Beachtung der Maximalhöhe zu erinnern. Aufmerksamen Verkehrsteilnehmern dürften auch längst die Schilder auf den Zufahrtsstraßen aufgefallen sein, die noch vor Befahren der Autobahn auf etwaige Höhenangaben verweisen.

Sechs Mal im April

Dass nicht jede Zugmaschine, jeder Lkw Gebrauch von diesen Hinweisen macht, belegt die Statistik, in der die ausgelösten Höhenkontrollen ausgewertet werden. Laut Karin Urkrig von der Stabsstelle der Autobahndirektion Südbayern wurde die Höhenkontrolle im Echinger Tunnel zwischen 1. und 20. April sechs Mal und im Etterschlager Tunnel acht Mal ausgelöst.

Steht die Ampel dann auf Rot, müssen die Verkehrsteilnehmer warten, bis die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck Entwarnung gibt – vor Ort. Allein für den Echinger Tunnel müssen dafür rund 40 Kilometer Fahrtweg in Kauf genommen werden. Zeit, die den stehenden Autofahrern wie eine Ewigkeit vorkommt.

Die häufigsten Fehler beim Beladen der Lkw finden sich in der Ladungshöhe; aber auch falsch beladene Autotransporter, sperriges Gut oder nicht weit genug eingefahrene Kranausleger eines Baggers können die Ursache sein. Eigentlich sollte bei vier Meter Ladehöhe bereits Schluss sein, doch eine kleine Kulanz lässt weitere 40 Zentimeter zu, ehe die Tunneldecke Gefahr läuft, beschädigt zu werden.

Um nun zukünftig das leidvolle Thema Höhenauslösung in kontrollierbare Ausmaße zu bringen, hat die Autobahndirektion Südbayern eine Idee zu Papier gebracht. Diese sieht vor, bereits ein Stück weit vor den Tunneleinfahrten entlang der Lindauer Autobahn Lichtschranken zu installieren. Ideale Standorte, so die Behörde, wären die Anschlussstellen Greifenberg und Inning in Richtung München, auch die Anschlussstelle Wörthsee böte sich an.

Wird eine dieser Lichtschranken ausgelöst, schaltet die Ampel noch nicht gleich auf Rot, sondern signalisieren Warntafeln die drohende Gefahr. Weil die Lichtschranken bereits die Höhe der Lkw erkennen sollen, können Warnungen so rechtzeitig übermittelt werden. Im Idealfall kann der Lkw die nächste Autobahnausfahrt ansteuern und den Tunnel damit einfach umfahren.

Vor der Sommerpause

Das Konzept für das geplante Warn- und Ausleitsystem hat die Autobahndirektion beim Verkehrsministerium eingereicht. „Erst nach Vorliegen der Zustimmung zu den gesamten verkehrsrechtlichen Maßnahmen können wir den weiteren Zeitplan und die Umsetzung mit der Firma abstimmen“, beschreibt Unkrig den weiteren Ablauf. Im Idealfall erfolge die Installation des Frühwarnsystems noch vor der Sommerpause. Bis dahin hat man, so die Hoffnung der Autobahndirektion, auch einen Anbieter gefunden, der eine Lösung dafür parat hat, wie denn derjenige Lkw-Fahrer gewarnt werden kann, der mit dem Signal auch gemeint ist.

Nicht ganz billig wird die Lösung werden, man rechnet in der Autobahndirektion in einer Größenordnung von etwa einer Million Euro. Sollte das System verlässlich dafür sorgen, den Höhenkontrollauslösungen rechtzeitig Herr zu werden, dürfte es allemal eine gut angelegte Summe sein.

pae/mm/oni

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