Wenn morgens um drei der Wecker klingelt

Fuchstal: Der 62-jährige Bauhofleiter Max Linder hört auf

Max Linder vor Kehrmaschine
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Den Schneepflug wird er nicht mehr an der Fronthydraulik des Unimogs montieren: Max Linder, der als Bauhofleiter im Fuchstal in den Ruhestand geht.

Fuchstal – Bei gefrierendem Eisregen war er schon mal rückwärts eine Steigung hinauf- oder hinabgefahren, damit zuerst der Salzstreuer am Unimog für Griff gesorgt hatte. Das waren für den Fuchstaler Bauhofleiter Max Linder kritische Situationen. Aber wegen zu viel Schnees oder wegen Verwehungen blieb er im strapaziösen Winterdienst nie stecken. 26 Jahre war er beim gemeindlichen Bauhof. Mitte Oktober hört er auf.

Max Linder geht in den Ruhestand. Bald wird er 63 Jahre. Er hat über die Jahre so viele Überstunden angesammelt, die er sich nie auszahlen hat lassen, wie auch Bürgermeister Erwin Karg im Gemeinderat schilderte. Für Linder wird Wolfgang Gilg eingestellt. Er kommt dann neu in das bisherige Bauhof-Team, dem Markus Beisch und Manfred Schichtl bereits länger angehören.

21 Jahre war Max Linder im Autohaus Negele (Denklingen) in der Werkstatt beschäftigt. Er ist gelernter Kfz-Mechaniker. Die Stelle beim gemeindlichen Bauhof in Fuchstal war 1995 ausgeschrieben. Er hatte sich dafür interessiert und wurde genommen. Daraus sind nun fast 26 Jahre geworden. In seinem Berufsleben, das 47 Jahre umfasst, hat er also zwei Arbeitsstellen gehabt.

Das Aufgabenfeld beim kommunalen Bauhof ist breit gefächert. „90 Prozent sind Routinearbeiten“, weiß Linder aus Erfahrung. Mäharbeiten gehören dazu. (An)Spannend ist der Winterdienst. 60 Kilometer ist der Routinier dabei auf der Strecke, um mit dem Unimog eine Tour zu absolvieren, damit die Ortsverbindungsstraßen zwischen Welden und Seestall geräumt bzw. gestreut werden. Dass dauert gut zwei Stunden.

Vom Regen in den Schnee

Dabei hat er die klimatischen Unterschiede direkt erfahren. So kommt es im Winter durchaus vor, dass es in Leeder, Asch oder Seestall regnet, während in Lechsberg, in Engratshofen, in Welden oder in Schäfmoos bereits Schnee fällt. Diese Weiler liegen alle über 700 Meter.

Mitunter hieß es sehr früh aufstehen – vor allem beim Winterdienst. Das eine oder andere Mal musste er schon in der Früh um drei Uhr mit dem Räumen beginnen. Es sei aber auch vorgekommen, dass er damit sehr früh angefangen hatte und wegen sich verstärkenden Schneefalls um sechs Uhr eine zweite Tour anschließen musste. Der Winterdienst sei bis auf eine Begebenheit immer unfallfrei abgelaufen. In einer Verwehung war mal ein Auto mit dem Pflug zusammengestoßen. Es blieb beim leichten Blechschaden.

47 Jahre also war Max Linder im Berufsleben, aus dem er mit dem vielen Resturlaub und den vielen Überstunden faktisch im Oktober dieses Jahres ausscheidet, offiziell aber noch bis Sommer 2021 angestellt ist. Genauso lang währt seine Zeit als Mesner in Leeder, in die er mit den Eltern früh hineingewachsen war. Diese Aufgabe will er als rüstiger Rentner beibehalten.

Auch familiär ist beim Linder Max, der mit seiner Frau drei Töchter hat, einiges geboten. Wenn er bei der Gemeinde aufhört, werden vier Enkelkinder ihre Freude daran haben, wenn der Opa endlich noch mehr Zeit als bisher mit ihnen verbringen kann.
Johannes Jais

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