Grundstücksverhandlungen für Leitung zum Wärmespeicher

Acht Grundstückseigentümer wollen keine Leitung im eigenen Boden

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Grundstücksverhandlungen als hartes Geschäft: Bürgermeister Erwin Karg auf der Fuchstaler Bürgerversammlung.

Fuchstal/Seestall – Damit Strom aus der Windkraft im Kingholz zum geplanten Wärmespeicher im Osten Leeders gelangt, muss eine fünf Kilometer lange Leitung gezogen werden. 56 Grundstückseigentümer seien deswegen angeschrieben worden. Von acht Betroffenen habe er die Antwort erhalten, dass sie kein Einverständnis dafür geben, diese Leitung in ihrem Boden zu verlegen. Darüber informierte Bürgermeister Erwin Karg auf der Fuchstaler Bürgerversammlung, die heuer in Seestall stattfand.

„Das macht mich traurig“, kommentierte der Rathauschef vor lediglich 60 Besuchern im Gemeinschaftshaus in Seestall. Doch noch wolle er die Flinte nicht ins Korn werfen. Mit den acht Bauern wolle er nochmals reden, blickte Karg voraus. Falls es aber in einzelnen Fällen dabei bleibe, dass Landwirte das Einverständnis zum Verlegen der Trasse im Boden verweigern, müsse man die Leitung ganz nah an Wegen ziehen bzw. gar den Asphalt aufbrechen, um sie unter der Straße einzubringen.

Wie berichtet, möchte die Gemeinde Fuchstal den Wärmetopf mit Batteriespeicher auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Osten Leeders bis Ende 2021 verwirklichen. Dieser wird zwölf Meter hoch sein und einen Durchmesser von 35 Metern haben. Das Volumen beträgt 10.000 Kubikmeter. Noch ist offen, ob ein Bauwerk realisiert wird oder ob zwei Speicher mit jeweils 5000 Kubikmetern realisiert werden. Zum größten Teil werden die Behälter im Boden versenkt, Zu sehen sein werden die oberen zwei bis drei Meter.

Bisher wird der Strom aus den vier Windkraftanlagen im Kingholz weiter südlich bei Bidingen in das Netz der Lechelektrizitätswerke eingespeist. Dafür wurde 2016 eine elf Kilometer lange Trasse durch den Sachsenrieder Forst bis in die Ostallgäuer Gemeinde verlegt. Nun soll die gut fünf Kilometer lange Leitung Richtung Nordosten bis an den Ortsrand von Leeder hinzukommen.

Die Gemeinde, die bei der Bürgerwind Fuchstal GmbH Mehrheitsgesellschafter ist, möchte vor allem diejenige Energie aus der Windkraft sinnvoll nutzen, die bisher als Negativstrom bezeichnet wird und nicht vergütet wird. Gemeint ist damit der Strom, der zu Zeiten von Produktionsspitzen erzeugt wird, aber wegen mangelnder Nachfrage eigentlich nicht benötigt wird. Künftig möchte man diese Energie fürs Wasser im Nahwärmenetz in Leeder und Asch zu nutzen. Dort sind inzwischen ungefähr 100 Gebäude angeschlossen – kommunale Liegenschaften (z.B. Kindergarten) ebenso wie Privathäuser. Bislang wird das Nahwärmenetz mit Energie vom Biomassehof gespeist.

Bürgermeister Karg betonte auf der Bürgerversammlung noch einmal, dass Fuchstal eine der bundesweit 38 Gemeinden ist, die für solche Projekte eine außergewöhnlich hohe Förderung vom Bund erhalten. Das Projekt ist auf 5,1 Millionen Euro veranschlagt; den hohen Betrag 3,8 Millionen Euro erhält Fuchstal als Zuschuss. Ein entscheidender Aspekt sei beim Wärmetopf mit Batteriespeicher die Regeltechnik, gab Karg zu bedenken.

Auf eine Nachfrage bei der Bürgerversammlung (Christoph Weininger wollte wissen: „Wie viele Windräder kommen noch?“) erklärte der Bürgermeister, dass die Bundeswehr nach anfänglichen Einwänden mit den drei weiteren geplanten Windkraftanlagen im Leederer Gemeindewald einverstanden sei. Ein Hinderungsgrund sei eher ein mögliches Vorkommen des Rotmilan. Das Vogel-Monitoring laufe derzeit. Karg gab den Ausblick, dass wegen des Windräder-Projektes evtl. Gespräche mit dem bayerischen Umweltministerium geführt werden.

Johannes Jais

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