Fünf Ringe, eine Idee

Olympioniken unter sich (von links): Margit Quell, mehrfache Teilnehmerin der Paralympics, Professor Dr. Helmut Altenberger, Mitglied im Vorstand der Deutschen Olympischen Akademie, Praktikantin Antonia Stürzer im Original-Hostessen-Kostüm aus dem Jahr 1972, Dr. Gertrude Krombholz mit der olympischen Fackel, Skilegende Rosi Mittermaier und Olympia-Gewinnerin Edith Eckbauer. Foto: Nagl

Die Welt ist im Olympia-Fieber. Das gilt gleichermaßen für die Bewohner des Augustinums Ammersee. Dort wohnt geballte Olympia-Kompetenz: In der vergangenen Woche wurde die von Stiftsbewohnerin Dr. Gertrude Krombholz kuratierte Ausstellung „Faszination Olympia: Fünf Ringe – Eine Idee“ mit reichlich prominenten Gästen eröffnet. Eine Ausstellung, die die Geschichte der Olympischen Spiele und insbesondere die Spiele 1972 in München aufleben lässt.

Die aktive, charmante Seniorin und ehemalige Leiterin der Sportlehrerausbildung an der TU-München, war beruflich an drei olympischen und zwölf paralympischen Spielen beteiligt. 1972 bildete sie Hostessen für ihren Einsatz in der Schwimmhalle des Münchener Olympia-Geländes aus. Dort errang der amerikanische Schwimmer Mark Spitz sieben Goldmedaillen – ebenso viele Autogramme ihres Sportidols nennt Gertrude Kombholz ihr Eigen. Doch damit nicht genug: Die promovierte Sportwissenschaftlerin betreut bis heute die Münchner Morisken-Tänzer und gilt als Erfinderin des Rollstuhltanzes. Vor dem Hintergrund bot die Ausstellungseröffnung Gelegenheit zu interessanten Begegnungen: Mit dabei war auch Skilegende Rosi Mittermaier. Im Theatersaal trat „Goldrosi“ ans Mikrophon und erzählte von ihren Erinnerungen an ihre erste Olympia-Teilnahme als 18-Jährige in Gre­- noble. „Als der Fackelträger bei der Eröffnungsveranstaltung die Treppe hinauflief, um das olympische Feuer zu entzünden, wurde sein Herzschlag über die Lautsprecher übertragen. Ich stand direkt daneben. Das ging schon sehr unter die Haut“, erinnerte sich Mittermaier. Den Rudersport als olympische Disziplin vertrat Krumbholz’ Freundin, Edith Eckbauer, die bei der olympischen Premiere des Frauenruderns 1976 in Montreal die Bronze-Medaille im Zweier holte. Margit Quell, mehrfache Leichtathletik-Medaillengewinnerin bei den Paralympics, nahm von 1968 bis 1988 sechsmal an den Spielen teil. Heute kümmert sich die Sportlerin aus Mammendorf als Krombholz-Nachfolgerin um die Belange des Rollstuhltanzes. In diesen Tagen wird sie gemeinsam mit „Krombine“, wie Freunde die agile 79-Jährige liebevoll nennen, der Einladung zu den Paralympics in London folgen. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Fachvortrag von Professor Dr. Helmut Altenberger, Mitglied im Vorstand der Deutschen Olympischen Akademie. Selbstverständlich fehlte auch die Original-Fanfare und die Musik zum Einmarsch der Sportler nicht – komponiert von Kurt Edelhagen. Die 17-jährige Schülerin Antonia Stürzer aus Rott posierte dazu im Original-Hostessen-Kostüm, das 1972 auch Silvia Sommerlath, die heutige Königin von Schweden und Ex-Kollegin von Gertrud Krombach trug.

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