Jubiläum über Jubiläum

Vier Scheuringer Vereine feierten zusammen ihre Geburtstage

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Gleich vier Jubiläen wurden in Scheuring gefeiert. 750 Böllerschützen gaben aus diesem Anlass eine ganze Serie von Salutschüssen ab. Für die Zuschauer ein echtes Spektakel.
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Gleich vier Jubiläen wurden in Scheuring gefeiert. 750 Böllerschützen gaben aus diesem Anlass eine ganze Serie von Salutschüssen ab. Für die Zuschauer ein echtes Spektakel.
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Gleich vier Jubiläen wurden in Scheuring gefeiert. 750 Böllerschützen gaben aus diesem Anlass eine ganze Serie von Salutschüssen ab. Für die Zuschauer ein echtes Spektakel.

Scheuring – Zufriedener kann die Bilanz eines Veranstalters nicht ausfallen. „Es war ein wunderbares Fest“, sagt Franz Berghofer, Schützenmeister des Vereins „Edelweiß Scheuring“. Gemeinsam mit den Veteranen, Reservisten und Böllerschützen feierte sein Verein fünf Tage lang ein ganzes Bündel an Jubiläen.

Gleich vier Jubiläen wurden in Scheuring gefeiert. 750 Böllerschützen gaben aus diesem Anlass eine ganze Serie von Salutschüssen ab. Für die Zuschauer ein echtes Spektakel.

Der Schützenverein und die Reservistenkameradschaft wurden jeweils 50 Jahre alt, der Veteranenverein 125 Jahre und die Böllerschützengruppe 25. Aus diesen Anlässen gab es unter anderem einen Festumzug, Musikveranstaltungen, Kabarett und einem politischen Abend. Einer der Höhepunkte der Feier-Tage fand am Samstag Morgen statt.

Es knallte und qualmte nicht schlecht auf der großen Wiese neben dem Festzelt. Zu früher Stunde hatten sich 750 Böllerschützen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Italien eingefunden, um mit eine Serie von Salutschüssen das 25-jährige Bestehen ihrer Scheuringer Kameraden zu feiern. Von einer Hebebühne aus gab Reservisten-Vorstand und Böllerschützenwart Uwe Voigt die Kommandos zu den präszise ausgeführten Fünf-Schuss-Folgen.

Gegründet wurden die Scheuringer Böllerschützen von Reservisten mit besonderer Verbundenheit zu dieser Form des Brauchtums, das bereits seit der Erfindung des Schwarzpulvers praktiziert wird. Ausgerüstet mit einer funktionstüchtigen Kanone aus dem Jahr 1885 und zwei neueren Kartuschenkanonen, besitzen 15 Kameraden die Lizenz zum Böllern. Dies passiert aus unterschiedlichsten Anlässen – an den Volkstrauertagen, bei Beerdigungen von Kriegsveteranen, an christlichen Feiertagen sowie bei Hochzeiten und Kirchweihen, an Heilig Abend und Neujahr. Darauf, dass nun in Scheuring das siebte Oberbayerische Böllerschützentreffen stattfand, waren die Veranstalter der Festtage besonders stolz.

Als zweiten großen Höhepunkt nennt Franz Berghofer den Schützenumzug am Sonntag Nachmittag. Neben Abordnungen der Ortsvereine nahmen Vertreter sämtlicher Schützengruppen aus dem Gau Landsberg teil – insgesamt marschierten bei bestem Wetter rund 1.800 Teilnehmer durchs Dorf.

Für den Schützenverein Edelweiß war es bereits die zweite Mammut-Veranstaltung innerhalb von zwei Jahren. 2017 richteten sie das Gauschießen aus – ein Kraftakt, der mit viel Rückhalt aus dem Dorf erfolgreich über die Bühne ging.

Sportlich schwimmen die Scheuringer ohnehin auf einer Erfolgswelle. Die Luftpistolen-Mannschaft startet im Herbst mit neuem Elan in die zweite Bundesliga, die zweite Mannschaft schlägt sich wacker in der Bayernliga und die Luftgewehrschützen sind seit Jahren in der Gau-Oberliga vorn dabei. Nicht selbstverständlich, aber umso erfreulicher ist die Nachwuchssituation. Die über 200 Mitglieder repräsentieren alle Altersgruppen ab acht Jahren.

Im Gegensatz dazu ist die Reservistenkameradschaft seit dem Wegfall der Wehrpflicht von Überalterung bedroht und hat sich deshalb vor einigen Jahren auch für Nicht-Reservisten geöffnet. Durch viele Veranstaltungen pflegt der Verein unter dem Vorsitz von Uwe Voigt seine Verbundenheit mit der Bundeswehr. Auf geselliger und kultureller Ebene werden zahlreiche Ereignisse im Jahreslauf begangen und die Zusammengehörigkeit mit der Dorfgemeinschaft unterstrichen – so, wie es auch bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zum Ausdruck kam.

Mit einem Auftritt des Kabarettisten Wolfgang Krebs und der frechen Blaskapelle „Die Bayerischen Löwen“ landeten die Veranstalter einen weiteren Höhepunkt. Klar, dass Krebs‘ Parodie der drei Ministerpräsidenten Seehofer, Stoiber und Söder bei diesem Gaudi-Gipfel nicht fehlen durfte.

Am Tag danach fand eine echte stellvertretende Ministerpräsidentin den Weg nach Scheuring: Ilse Aigner, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, sprach vor dem halb gefüllten Festzelt über aktuelle politische Themen. Den koalitionsinternen Streit über Seehofers Asyl-Masterplan spielte sie dabei eher herunter („wir diskutieren manchmal auch ein bisschen ruppiger“).

Zum Thema Verkehr hatte Scheurings Bürgermeister Manfred Menhard auf eine Aussage darüber gehofft, wie die Kommunen nach dem Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung die Investitionen in Verkehrswege stemmen sollen. Aigner beschränkte sich auf die Feststellung, dass bereits ein Viertel des bayerischen Staatshaushalts an die Kommunen fließe („Sie sind uns lieb und teuer“).

Beim Baukindergeld habe sie kein Verständnis für die von der SPD vom Zaun gebrochene „Neiddebatte um irgendwelche Quadratmeter“. Nicht zuletzt unterstrich sie ihre Zustimmung zu der von Ministerpräsident Markus Söder neu eingeführte Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden („das kann jeder ertragen, auch wenn er nicht Christ ist“).

Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © FKN

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