Ü55-Projekt lässt auf sich warten

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So soll „Betreutes Wohnen Fuchstal“ mit 20 Eigentumswohnungen in Asch nach der Fertigstellung aussehen.

Fuchstal/Asch – In Asch steht ein großes Bauprojekt in den Startlöchern. Mitten im Dorf sollen auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes 20 Eigentumswohnungen für Senioren entstehen.

Die Gemeinde, sie ist Eigentümerin des Grundstücks, hatte es sich nicht leicht gemacht. Die Zustimmung zu dem Projekt war davon abhängig gemacht worden, ob im Fuchstal ein Bedarf für eine derartige Wohnanlage besteht. Dazu gab es im letzten Jahr ganz gezielt eine Umfrage unter den über 55-Jährigen in mehr als 1100 Haushalten. Das Ergebnis war eindeutig und auch Grundlage für die Zustimmung im Rat, die Ende 2012 mehrheitlich fiel. Die Fuchstaler Senioren sind heimatverbunden und wollen zur großen Mehrheit auch im Alter im Fuchstal wohnen bleiben. Nicht wenige der Befragten äußerten ihre Bereitschaft, eine Wohnung in der als „Betreutes Wohnen“ ausgelegten Anlage zu kaufen.

Im April wurde dann „Betreutes Wohnen im Fuchstal“ durch Investor Heinrich Schäble aus Hofstetten öffentlich präsentiert. Mehr als 80 Teilnehmer informierten sich damals über die Planungen. Eigentlich sollte das Projekt heuer noch starten. Allerdings warten Schäble und die Gemeinde nach wie vor auf die Baugenehmigung für die 20 hellen Wohnungen mit Balkon oder Terrasse, einem Gemeinschaftsbereich, Tiefgaragen und einer kleinen Gartenanlage. Es herrsche noch Klärungsbedarf in einigen technischen Punkten, sagt Gerhard Schmid von der Gemeinde Fuchstal. Nach Einschätzung der Fachleute sei aufgrund der nahenden kalten Jahreszeit eher mit einem Baubeginn im Frühjahr zu rechnen.

Die Lage des Projekts kann man als privilegiert bezeichnen. Alle wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens sind bequem zu Fuß zu erreichen. Zur Metzgerei muss man nur die Straße überqueren, zum Supermarkt mit Postfiliale sind es gerade mal 170 Meter. Auch Kirche, Bank, Bushaltestelle, Hausarztpraxis, Friseur sind in unmittelbarer Um­- gebung angesiedelt. Und zum „Haus der Begegnung“ sind es 80 Meter.

Die Wohnanlage soll mehr sein als nur eine Ansammlung barrierefreier Wohnungen. Sie wird mit Leben gefüllt werden müssen. Dafür soll auch die zukünftige Heimleitung sorgen. Ziel ist es, den Menschen durch die Betreuung und einer Reihe von Grundleistungen bis ins hohe Alter zu ermöglichen, selbständig zu bleiben und somit Alten- oder Pflegeheim zu vermeiden. Baulich werden die Voraussetzungen dafür geschaffen. Neben den Wohnungen ist ein großer Gemeinschaftsbereich mit Küche und zwei behindertengerechten Toiletten eingeplant.

Fünf der 20 geplanten Wohnungen sind bereits reserviert. Zwei der Wohnungen dürfen gewerblich genutzt werden, beispielsweise für physiologische oder artverwandte Betreuung. Die Wohnungen haben eine Größe zwischen 70 und 90 Quadratmeter und sind absolut behindertengerecht gebaut. Architekt Manfred Kratz aus Kaufering weiß, dass es oft die Kleinigkeiten sind, die den Senioren das Leben erleichtern: keine Schwellen, automatische Haustüren, rollstuhlgerechte Türen, bodengleiche Duschbäder mit rutschfreien Fliesen, gute Erreichbarkeit aller Bedienelemente wie beispielsweise Lichtschalter und ein Notrufsystem gehören zum Standard.

Priorität beim Kauf einer Wohnung – einziehen kann nur, wer über 50 Jahre alt ist – erhalten die Bewohner, die heute schon im geographischen Fuchstal wohnen. Das schließt neben den Fuchstaler Gemeinden Asch, Leeder und Seestall auch Denklingen und Unterdießen ein. Dies soll durch entsprechende Formulierungen im Notarvertrag sichergestellt werden, sagte Gerhard Schmid, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Fuchstal auf Anfrage des KREISBOTEN. Vermarktet werde die Immobilien über die örtliche Raiffeisenbank und die Sparkasse.

Siegfried Spörer

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