Furioser Zeitsprung

Rockten das Foyer: Cumulo Nimbus. Foto: Eckstein

500 Jahre liegen manchmal nur einige Schritte auseinander, genauer gesagt, zwischen Theatersaal und Foyer. Dort haben am Sonntagabend die Landsberger Formationen Bernsteyn und Cumulo Nimbus „Musik aus mancherlei Zeit“ präsentierten und die begeisterten Zuhörer aus den Burghöfen und Kemenaten geradewegs auf die nebelverhangene Metal-Bühne katapultierten.

Doch nicht nur das Publikum sprang durch Raum und Zeit, auch die Musiker, handelt es sich bei Bernsteyn doch um das Akustik-Projekt der Renaissance-Metal-Band Cumulo Nimbus. In alten Gewändern und mit historischen Instrumenten entführten Carolynn (Flöten), Lady Doro (Violine, Gambe), Mathis Mandjolin (Gitarre, Bass), Erik der Müllermeister (Laute, Gitarre), Pat Houdt (Schlagwerk) und Käptn Köhler (Schlagwerk) die Zuhörer in die Renaissance, präsentierten Tänze und – mit der amerikanischen Mezzosopranistin Jennifer Arnold als Gast – Lautenlieder von John Dowland und Thomas Campion. Und dabei ergab das perfekte Zusammenspiel der Instrumente, gepaart mit großer Virtuosität und originellen Arrangements eine wirklich magische Mischung. Als Highlight müssen das „Teuffels Rondo“ aus dem 16. Jahrhundert und die Eigenkompositon „Herbst“ gelten. Bei dem letzteren verschmolz die Stimme von „Cumulo Nimbus“-Sängerin Binia Diepolder perfekt mit dem alten Instrumentarium zu einem ganz eigenwilligen, zauberhaften Gesamtklang. 20 Minuten später im Foyer des Stadttheaters: die Spielmannsgewänder sind schwarzem Leder gewichen, Trocken­- eis umwabert die Bühne, Light­­- show. Und doch die gleichen Musiker (minus Pat Houdt, plus Sängerin Binia), zum Teil die gleichen Instrumente als E-Version, in die harten Metal-Klänge mischen sich die unwiderstehlichen Melodien von Flöte und Geige. Erik Müller wechselt in der Ballade „Mitternacht“ mühelos von Laute zu E-Gitarre und zurück, Carolynn räumt endgültig mit dem Vorurteil auf, die Flöte sei ein eher „braves“ Instrument. Die wandlungsfähige Powerstimme von Sängerin Binia passt zu Balladen als auch zu den harten Stücken, gibt den Texten von Mathis Mandjolin den perfekten Ausdruck. Leider fielen die Geigen- und Flötensoli teils der Akustik zum Opfer und drangen nicht immer durch – der einzige kleine Minuspunkt für das Publikum, das einen einzigartigen, abwechslungsreichen Kon­zertabend erlebte. Für Veranstalter und Musiker hätte man sich gewünscht, dass mehr Zuschauer den Weg ins Stadttheater gefunden hätten…

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