In den Fußstapfen des Vaters

Oberbayerns erste Feuerwehrkommandantin im Kreise ihrer Epfacher Kollegen: Claudia Deininger (2. von rechts) mit Stellvertreter Christian Herbst (2. von links) sowie die Vertrauensleute Thomas Draxl (links) und Matthias Schelkle (rechts). Foto: Schmid

Frauen in der Feuerwehr gehören zwar in der heutigen Zeit schon zum alltäglichen Bild – doch weibliche Kommandanten gab es in ganz Oberbayern bislang nicht. Vergangene Woche hat Claudia Deininger diese Männerdomäne durchbrochen. Sie wurde zur ersten oberbayerischen Feuerwehr-Chefin gewählt.

Die 33-Jährige führt künftig die 37 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Epfach an. Dass Claudia Deininger für diesen Job genau die Richtige ist, davon schien die größtenteils aus Männer bestehende Feuerwehrtruppe absolut überzeugt: Bei gerade mal zwei Enthaltungen sprachen die Aktiven ihr bei der Wahl ihr Vertrauen aus; Gegenstimmen gab es nicht. Kein Wunder, schließlich bringt die neue Chefin ausreichend Erfahrung mit. Seit 18 Jahren gehört Deininger der Epfacher Wehr an, und die letzten beiden Jahre war sie dort bereits die zweite Kommandantin. Dass sie einmal zu den Floriansjüngern geht, das wusste sie schon als kleines Kind: Schließlich war ihr Vater Georg Deininger selbst 26 Jahre lang der Feuerwehr-Chef im Ort und nahm seine Tochter schon von klein auf überall mit– sofern es nur ging – besonders zu den Vereinsaktivitäten und Feuerwehrfesten: „Schon als Mädchen habe ich bei den Festumzügen immer das Vereinstaferl getragen“, erinnert sich Claudia Dei­- ninger, „da war ich ganz stolz darauf, dass ich das machen durfte“. Als dann im Jahr 1992 im Dorf erstmals eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde, war für die junge Epfacherin klar: „Ich will da auch dazu.“ Ganz allein unter lauter Jungs wollte sie damals aber nicht sein: Doch mit ihrer Freundin Monika fand sie schnell eine weibliche Mitstreiterin. Probleme, von den Jungs als Brandschützerin akzeptiert zu werden, hatte sie keine: Schließlich sei ihr Vater damals der Kommandant gewesen, da hat natürlich keiner gesagt: „Was will denn die da?!“, so Deininger. Erst später, als sie und ihre Freundin dann zu der Erwachsenentruppe dazu kamen und ihre Feuerwehrkollegin dann auch noch als Schriftführerin in die Vorstandschaft gewählt wurde, war die neue Frauen-Power für den ein oder anderen dann doch etwas ungewohnt: Da habe es dann schon mal geheißen: „Ja, jetzt geht das auch schon los.“ Ob die Männer aus ihrer Truppe künftig auf ihre neue Chefin hören werden? Die Kommandantin lacht: „Ich hoffe es.“ Natürlich werde sie sich einen gewissen Respekt erarbeiten müs­- sen – aber das gilt für jeden Neuen an der Spitze.“ Jedenfalls glaubt Deininger nicht, dass sie es als weibliche Kommandantin schwerer haben wird als ein Mann in diesem Job. Allein unter Männern zu sein, ist für die selbstbewusste Frau, die als technische Zeichnerin tätig ist, ja nichts Neues: „Ich bin bei uns in der Firma die einzige Frau in der ganzen Abteilung und es daher schon gewohnt, unter lauter Männern zu arbeiten“, erzählt sie schmunzelnd.

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