Eine grüne Bürgermeisterin für Dießen?

Gabriele Übler geht als Fünfte in Dießen ins Rennen

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Gabriele Übler, Vorsitzende des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen, wurde als Bürgermeister-Kandidatin für die Marktgemeinde Dießen nominiert. Damit gibt es jetzt fünf Bewerber/innen und ab kommender Woche einen sechsten. Das Rennen um die Nachfolge von Herbert Kirsch wird immer spannender.

Dießen – Das ganze Ammersee-Westufer soll grün werden. Zumindest wenn es nach dem Ortsverband Dießen von Bündnis 90/Die Grünen geht. Er nominierte mit großer Mehrheit Gabriele Übler (60) zur Bürgermeister-Kandidatin. Sollte sie am 15. März 2020 den Rathaus-Chefsessel erobern, wäre auch die Marktgemeinde nach Schondorf und Utting grün geführt. In Schondorf hat der grüne Bürgermeister Alexander Herrmann bislang keinen Gegenkandidaten und in Utting wird ziemlich sicher die grüne Renate Standfest Amtsinhaber Josef Lutzenberger beerben.

Herrmann und Lutzenberger waren Gäste bei der Nominierungsversammlung im Riederauer Kramerhof, ebenso wie Dießens Noch-Bürgermeister Herbert Kirsch. Neugierig auf das Programm von Gabriele Übler waren auch ihre Mitbewerber Sandra Perzul (Dießener Bürger), Marianne Scharr (parteilos) und Florian Zarbo (Freie Wähler). Zusammen mit Hannelore Bauer (SPD), Gabriele Übler und demnächst Volker Bippus (UBV-Nominierung am 30. Juli) kämpfen also sechs Kandidatinnen und Kandidaten um den ab März vakanten Bürgermeister-Posten in der Marktgemeinde. Ob auch die CSU noch jemanden ins Rennen schickt, ist nicht bekannt.

Gabriele Übler betonte in ihrer Antrittsrede, dass Dießen der erste von ihren vielen Lebensorten sei, an dem sie sich wirklich heimatlich fühlt. Sie hatte nach einem mehrjährigen Zwischenaufenthalt in Nordrhein-Westfalen das Bedürfnis, genau hier aktiv zu werden und sich um diesen Ort zu bemühen. Nach den grünen Erfolgen bei den Landtags- und Europawahlen sei es für die Vorsitzende des Ortsverbandes nur konsequent gewesen, sich als Bürgermeister-Kandidatin zur Verfügung zu stellen.

Einer der Schwerpunkte als Bürgermeisterin ist für sie die Sorge um bezahlbaren Wohnraum. Man müsse alternative Wohnbaukonzepte ermöglichen, flexible Angebote wie Tiny Houses schaffen und die Flächen besser nutzen: "Da wir in einer der attraktivsten Regionen Deutschlands leben, wird es allerdings nie eine 100-prozentige Anpassung von Angebot und Nachfrage geben."

Für Dießen müsse ein Verkehrskonzept entwickelt werden, das multimodal angelegt ist, also Alternativen zum motorisierten Individualverkehr unterstützt - von CarSharing bis zu Mitfahrerbänken. Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung aller Möglichkeiten des ÖPNV mit besserer Anbindung an die Bahn, ein kostenloses oder sehr günstiges Jahresticket und ein kostenloser Ortsbus für Schüler. Damit würden die "Eltern-Taxis" reduziert. Die Verlagerung des Schwerlastverkehrs aus dem Ort müsse geprüft werden. Und natürlich - grünes Schwerpunktthema - muss Radfahren sicherer und attraktiver gemacht werden.

Gemeinsam mit den Bürgern möchte Gabriele Übler Dießen gestalten. Sie will mehr Transparenz und proaktive Informationen über politische Entscheidungen und Projekte. Dazu gehöre eine Bürgersprechstunde und eine Homepage-Rubrik "Was läuft, was geht" mit einem Überblick aktueller Aktivitäten und Beschlüsse. Übler will mehr Dialogangebote für verschiedene Interessengruppen und dabei Jugendliche, Senioren und "Zugroaste" ein-beziehen. Dazu gehöre ein Raum als Begegnungsstätte.

Beim grünen Kernthema Umweltschutz geht es Übler um die Unterstützung nachhaltiger Initiativen wie einem Repair-Café oder um die Fortführung des Zero-Waste-Ansatzes zur Plastik- und Müllvermeidung. Vergessen dürfe man nicht die energetische Sanierung gemeindeeigener Immobilien.

Üblers Schlusswort: "In einer größeren Verantwortung für Dießen möchte ich einerseits Bewährtes fortführen. Andererseits bin ich zutiefst überzeugt davon, dass ein schlichtes Weiter-so-wie-bisher den Problemen vor Ort nicht gerecht wird. Wir Grünen sind es, die etwas ändern können und müssen."

Gabriele Übler kommt aus Nürnberg, verbrachte ihre Schulzeit in Bamberg und absolvierte nach dem Abitur ein Fachhochschulstudium für die Laufbahn des gehobenen nichttechnischen Dienstes der inneren Verwaltung. Von 1981 bis 1985 war sie im Landratsamt Starnberg in der Bauabteilung und ließ sich dann an die Bayerische Verwaltungsschule versetzen, um von hier aus "in Teilzeit" Philosophie, Politik und Germanistik zu studieren. Nach Zwischenstationen als Supervisorin und Organisationsentwicklerin wechselte sie zur Unternehmensberaterin und machte sich selbstständig. "Damit bringe ich berufliche Erfahrungen aus drei Sektoren mit: Öffentlicher Dienst, Privatwirtschaft und Selbstständigkeit". 

Dieter Roettig

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