Mit ganz, ganz viel Butter – Kabarettistin Monika Gruber begeistert im ausverkauften Sportzentrum Landsberg

Über 1000 Karten hatte der Veranstalter für Monika Grubers Auftritt am vergangenen Sonntag Abend im Landsberger Sportzentrum verkauft. Kaum naht sie der Bühne, jubelt und klatscht das Publikum. Die 37-jährige Kabarettistin aus München, gebürtige Erdingerin, ist ein Publikumsmagnet. Sie hat ihre treue Fangemeinde. Wie sich im Verlaufe ihres mehr als zweistündigen Programms herausstellt: Zu Recht.

Monika Gruber betrachtet die Welt aus ihrer ganz persönlichen und privaten Perspektive. Dass sie in diesen 120 Minuten kaum einen Satz sagt, der das Publikum nicht zum Lachen bringt, ist eine ganz gewaltige Leistung, die die Zuschauer im Sportzentrum mit spontanen Klatschen und Pfiffen belohnen. Die Witze, Bemerkungen und Wortschöpfungen zünden, das Spielen von fremden Personen und Dialekten gelingt ihr hervorragend. Selbst wenn sie mal auf Stammtischniveau herab sinkt, gelingt ihr dieser dramaturgische Spagat. Was nimmt sie nicht alles ins Visier: Die Beziehung zu Männern, das Heimatland Bayern, die schweren Zeiten, das Singledasein, das Dschungelcamp, Frauen, die Pferde haben. Aber der Reihe nach. Gruber wundert sich, dass hier in Landsberg nicht die üblichen Gestalten in der Garderobe auftauchen. Vom Bürgermeister angefangen, über den Feuerwehrkomman- danten, dem Zeitungsschreiber, „dem preußischen vom Kulturteil“, zum Zeitungsfotografen und schließlich bis zum Verwandten, den sie bis dahin gar nicht kannte. All diese Figuren tauchen normalerweise vor dem Auftritt in ihrer Garderobe auf. Zu guter Letzt kommt dann noch die Dame vom Kulturverein. Erkennbar an der „asymmetrischen Frisur“ und an dem „Hadern“, den sie trägt. Grubers Methode ist wirkungsvoll. Plastische Erzählungen aus der eigenen Erfahrungswelt in einem flüssigen, flotten und sehr gewitzten Erzählstil – eine Mischung aus derber Sprachwahl und genauer Beobachtung. Ihr tägliches Scheitern an der Supermarktkasse, wo ihr eine freundliche Sächsin im schönsten Sächsisch entgegennäselt, ob sie mit dem Einkauf im Supermarkt zufrieden sei, lässt sie schließlich verzweifeln. Schließlich findet sie sich vor Gericht wieder. So schlimm war's doch gar nicht, gesteht sie dem Richter. Der sieht das anders… Rache möchte sie nehmen an ihrem „Exerich“, sein Haus pink anmalen, sein Auto mit Nutella vollschmieren und mit großen Buchstaben „Drechsau“ draufschreiben. So lieben wir sie. „Frauen, die nach Erreichen der Volljährigkeit noch reiten, haben einen Schlag“, sagt sie. Manche Menschen brauchen 30 Jahre um ein Arschloch zu werden, „Pablo Herodes“, das Kind ihrer Bekannten, die sie beim Metzger trifft, ist das bereits mit sechs Jahren. Die Wurst, die die Verkäuferin dem kleinen anbietet, um ihn zu beruhigen, lehnt er strikt ab. „Ich esse nur Parmaschinken“, gibt das Kind zum Besten. Ob nun eine wahre Geschichte oder zumindest gut erfunden, kann belanglos sein. Der Manager im Flugzeug, der die Stewardess, „Lufloch“ wie Gruber sie später nennt, fragt, seit wann denn Kühe mitfliegen, kriegt als geniale Antwort von ihr: „seit wir Schweine transportieren“. Da habe sie laut geklatscht gibt sie zu. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen sei übrigens auch der, dass Männer alles zumüllen, bei Frauen hieße das Deco. Wie es heute um die Erziehung stehe, sehe man am besten im Wartezimmer eines Arztes. Dort werden die Kinder mit Legosteinen beworfen oder gewürgt. Überforderte Mütter würden da nur sagen: Tim, lass das bitte! Die Laufbahn, so Gruber weiter, ist klar: „vom Waldorfschüler zum Terroristen.“ Mit einem ganz besonderen Erziehungsrezept entlässt die Gruberin ihr begeistertes Publikum: Mit Katholizismus und ganz ganz viel Butter. Ob das, wie so vieles ganz ernst gemeint ist, daran kann man zweifeln. Aber ein Körnchen Wahrheit liegt sicher in Grubers Übertreibungen, selbst bei den richtig populistischen Ausführungen…

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