Ganz schön teuer – Räte über Kinderkrippe empört

Um einiges teurer als erwartet wird die Kinderkrippe, die als Anbau am Gemeindekindergarten entsteht. Die Gesamtkosten würden sich voraussichtlich auf rund 450000 statt der geschätzten 395000 Euro belaufen, teilte Planer Stephan Stöckle im Gemeinderat mit. Obwohl die Kosten überwiegend durch Fördergelder gedeckt sind, erntete er Empörung.

Auf der Tagesordnung stand die Vergabe verschiedener Gewerke, wobei die günstigsten Angebote teilweise deutlich über den von Stöckle angegebenen Schätzpreisen lagen. So werden die Estricharbeiten rund 8000 statt 5000 Euro kosten, die Bodenbeläge sind mit 9800 Euro fast doppelt so teuer wie ursprünglich angesetzt, und für Malerarbeiten werden 8400 statt der geplanten 4000 Euro fällig. Die Dachabdichtung schlägt mit 31000 statt 22000 Euro zu Buche. Insgesamt vergab der Gemeinderat Aufträge in Höhe von 71000 Euro, war nur von 53000 Euro ausgegangen. „Schulnote sechs, durchgefallen. Das ist doch peinlich“, beschied Josef Weiß (CSU) dem Planer. Da half auch Stöckles Hinweis wenig, einige Posten – wie die Baunebenkosten und die Ausstattung der Krippe – würden günstiger als ursprünglich angesetzt. Die Schätzkosten beruhten auf Projekten der letzten Jahre und auf den Angaben des bundesweiten Baukosten-Informationsdienstes, erklärte der Planer. Wenn die Angebote bei der Ausschreibung dann höher ausfielen, sei das nicht zu ändern. „Wir müssen die Angebote nehmen wie sie kommen und dürfen auch nicht nachverhandeln“, erklärte Stöckle. Obwohl die Gemeinde bei einer öffentlichen Ausschreibung verpflichtet ist, dem günstigsten Bieter den Zuschlag zu erteilen, weigerten sich die Räte zunächst mehrheitlich, die Maler- und Dachabdichtungsarbeiten zu den angebotenen Konditionen zu vergeben. In diesem Fall könne der ohnehin straffe Zeitplan nicht eingehalten werden, warnte Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU). Kämmerin Andrea Pleintinger wies darauf hin, dass die Regierung von Oberbayern die Mehrkosten höchstwahrscheinlich bezuschussen werde. „Wir bleiben nicht allein darauf sitzen“, beruhigte Pleintinger die aufgebrachten Gemeinderäte. Bei einem Gesamtvolumen von 450000 Euro wären damit 405000 Euro durch staatliche Fördergelder gedeckt. Ein weiterer Zuschuss kommt von der Diözese Augsburg. Bei der Wiederholung der Abstimmung wurden schließlich auch die Maler- und Dacharbeiten vergeben.

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