Pfegen ja, werben nein

Landsberg sucht Kreisel-Paten

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Kreisverkehr Münchener Straße: Das städtische Pflanzkonzept bleibt erhalten, allerdings soll jetzt noch ein Baum in der Mitte die "Stadteinfahrt betonen".

Landsberg – Da hat aber offensichtlich jemand die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Um Budget und Bauhof bei der Pflege der Kreisverkehre zu entlasten, würde die Stadt gerne Patenschaften vergeben. Die Reaktionen auf das städtische „Angebot“ ist karg wie das Bild der zu vergebenden Flächen selbst. Dies dürfte auch daran liegen, dass den potenziellen Paten jegliche Werbung am oder im Kreisel versagt ist.

Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte die CSU-Stadtratsfraktion bereits im Herbst 2014 beantragt, die Landsberger Kreisverkehre attraktiver zu gestalten. Mehr noch: Dritte sollten diese Aufgabe übernehmen und die Flächen darüber hinaus im Rahmen einer Partnerschaft auch pflegen.

Fünf Unternehmen aus der Gartenbrache unterbreitete OB Mathias Neuner im Mai vergangenen Jahres dann das Angebot mit mindestens fünfjähriger Laufzeit – vorbehaltlich einer abschließenden Zustimmung durch den Stadtrat. Auf den vier Kreisverkehren Iglinger/Emmy-Noether, Justus-von-Liebig, Münchener und Weilheimer Straße hätten die Patenunternehmen nach Abschluss eines Nutzungsvertrags ihre firmeneigene Gestaltung realisieren dürfen – auf Flächen zwischen 150 und 490 Quadratmetern.

Allerdings sind der gestalterischen Freiheit gleich mal enge Grenzen gesetzt. So hat der Pate ein „detailliertes Gesamtkonzept“ vorab im Bauamt vorzulegen. Weiterhin sei bei einer Umgestaltung zu beachten, dass die Fahrer ankommender Autos „über die Mitte hinüber“ den Verkehr beobachten können – Verkehrssicherheit hat Vorrang. Da bleibt dann nicht mehr viel Handlungsspielraum. Und in puncto Eigenwerbung gibt es den überhaupt nicht. Grund: Die städtische Außenwerbesatzung lässt „Beschriftungen oder Bemalungen auf öffentlichem Verkehrsraum“ nicht zu – ausnahmslos.

Nur ein Interessent

Eben dieses Verbot sorgte nach Darstellung der Verwaltung jetzt dafür, dass das einzige interessierte Gartenbauunternehmen von einer möglichen Patenschaft wieder Abstand nahm. Wer mag es ihm verdenken, hätte es doch im Gegenzug zum Gestaltungs- und Pflegeaufwand gewiss gerne Werbung in eigener Sache in „seinem“ Kreisverkehr gemacht. Die vier anderen Betriebe reagierten überhaupt nicht auf das städtische „Angebot“.

Für das Tief- und Straßenbaureferat ist das aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Es schlägt zunächst vor, das bestehende Pflanzkonzept mit standortgerechten, lang blühenden Pflanzen zu erhalten. Darüber hinaus soll „zur Betonung der Stadt­einfahrten“ in der Mitte der Kreisel Münchener (Foto) und Iglinger Straße je ein Baum gepflanzt werden. Das wäre mit 1.500 Euro und 500 Euro Folgekosten in den nächsten beiden Jahren vergleichsweise günstig.

Toni Schwaiger

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