Fuß vom Gaspedal!

Beim Krötenzaun am Geretshauser Weiher (Foto) wurden im Frühjahr vergangenen Jahres 422 Kröten, 126 Frösche und 15 Bergmolche eingesammelt. Foto: LRA

Kaum ist der Winter in weiten Teilen Bayerns verschwunden, wird auch die Tierwelt aktiv. Nicht nur die Vögel hört man wieder zwitschern, auch die Amphibien erwachen aus ihrer Kältestarre. Aufgrund der milden Witterung hat die Amphibienwanderung im Landkreis Landsberg schon be­gonnen – Kröten, Frösche und Molche brechen zu einer zeitlich begrenzten, sehr massiven Frühjahrswanderung zu den Laichgewässern auf. Die Naturschutzbehörde im Landratsamtes bittet alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Wachsamkeit.

Die Amphibien wandern bei nächtlichen Temperaturen um die sechs Grad Celsius aufwärts und feuchter bzw. regnerischer Witterung. Der Schutz wandernder Amphibien an Straßen ist bei der vorhandenen Dichte des Straßennetzes eine wichtige Schutzmaßnahme. Die Tiere müssen vielerorts Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden. Um das zu verhindern, hat die Naturschutzbehörde bereits in den vergangenen Wochen die Schutz­zäune aufbauen lassen. Ohne Schutzmaßnahmen würde es an Amphibienwanderwegen über stark befahrene Straßen zu einem regelrechten Massaker kommen. Auch Verkehrsteilnehmer hätten ein erhöhtes Unfallrisiko, da von den toten Tieren eine erhebliche Rutschgefahr auf der Fahrbahn ausgehen würde. Im Landkreis werden derzeit 13 Wanderstrecken von engagierten Natur- und Tierschützern in Zusammenarbeit mit der LBV-Kreisgruppe und der Naturschutzbehörde des Landratsamtes betreut. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen überwachen sie die Zäune morgens und abends und bringen dabei Hunderte Tiere sicher über die Straße zum Laichgewässer. Freiwillige Helfer sind nach wie vor gesucht – vor allem für die Wanderstrecken bei Geltendorf, Eresing, Geretshausen und Pflaumdorf. Straßensperrungen Neu ist in diesem Jahr, dass die Ortsverbindung Windach-Achselschwang in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde während der Nachtstunden ab sofort gesperrt ist. Gleiches gilt für die Ortsverbindung Issing-Dettenschwang. Der Verkehr wird umgeleitet. Weiterhin ist auf den Kreisstraßen LL7 bei Ge­rets­hausen und LL6 bei Thaining sowie auf den Staatsstraßen 2054 bei Geltendorf, 2056 bei Hagenheim und – ab diesem Jahr – auch 2055 Rott-Dießen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 40 bzw. 30 Stundenkilometer jeweils in beide Fahrtrichtungen beschränkt. Starker Druck Apropos Geschwindigkeit: Die Naturschutzbehörde bittet alle Autofahrer den Fuß vom Gas zu nehmen. Grund: Allein der Strömungsdruck schnell fahrender Autos auf die Fahrbahn kann Amphibien zerquetschen oder platzen lassen. Eine echte Überlebenschance hätten die Tiere nicht nur bei Slalomfahrten, sondern bei reduziertem Tempo: 30 Stundenkilometer. Für weitere Fragen und Infos zum Amphibienschutz: Jürgen Wohlrab (Landratsamt), Tel. 08191/129-320, e-Mail Juergen.Wohlrab@LRA-LL.Bayern.de, oder Anselm Kress (LBV), Telefon 08193/999350, e-Mail newaspect.grafik@t-online.de.

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