Kein Spielplatz in Sicht

Gastwirtsfamilie Summer schuld an Boden-Kontaminierung?

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Auf dem sog. „Dreieck“ im nördlichen Teil des Uttinger Summerparks soll mit EU-Förderung ein Mehrgenerationen-Spielplatz errichtet werden. Wegen Kontaminierung des Bodens verzögert sich der Bau.

Utting – Ist die selige Gastwirtsfamilie Summer daran schuld, dass der Bau des Mehrgenerationen-Spielplatzes im nach ihr benannten Summerpark warten muss? Viele Uttinger wissen nicht, dass im längst gemeindeeigenen Landschaftspark ab 1891 mit dem Gasthof „Summer am See“ die gefragteste Ausflugswirtschaft der Ammersee-Region stand. Die einmalige Lage mit großem Biergarten unter Kastanienbäumen bis zum Seeufer lockte Scharen von Ausflügler nach Utting. Zumal 1899 die Bahnlinie Mering-Weilheim mit dem Bahnhof Utting eröffnet wurde.

Das riesige Grundstück zwischen Bahnhof und See musste natürlich gepflegt werden. Also baute die Gastwirtsfamilie Summer um 1918 im nördlichen Bereich eine Remise, in der landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge untergestellt wurden. Wie die aktuellen Recherchen der Bodenschutzbehörde ergaben, stand die Remise bis Mitte der 1970er Jahre genau auf dem sogenannten „Dreieck“ an der Seestraße/Michael-Sirch-Weg, wo der Mehrgenerationen-Spielplatz geplant ist.

Bei Bodenuntersuchungen wurden Altlasten festgestellt, die vermutlich von ausgelaufenem Dieselkraftstoff der in der Remise untergestellten Fahrzeuge stammen. Bei sieben Sondierungen bis in 2,40 Metern Tiefe hat das Ingenieurbüro Crystal-Geotechnik teilweise eine erhebliche Konzentration am Mineralöl-Kohlenwasserstoffen im Erdreich festgestellt. Außerdem wurden Bodenauffüllungen mit Ziegel- und Pflastersteinen sowie Styropor ermittelt. Die Gutachter und das Wasserwirtschaftsamt empfahlen daraufhin eine detaillierte Untersuchung des kontaminierten Bodens oder noch besser einen kompletten Aushub und Austausch.

Die historische Ansichtskarte zeigt den damals berühmten „Gasthof Summer am See“. Inzwischen gehört das Gelände der Gemeinde Utting und ist ein Landschaftspark für Jedermann.

Das befanden auch nach der Empfehlung von Bürgermeister Josef Lutzenberger einstimmig die Gemeinderäte. Bevor man Geld für weitere Bodenbeprobungen ausgebe und damit wertvolle Zeit verliere, sei der Bodenaustausch die „praxisgerechtere“ Alternative. Über die Kosten der Aktion herrscht allerdings noch Unklarheit. Man schätzt einen Betrag von 30.000 bis 50.000 Euro, wobei für die ersten Sondierungen und Labortests bereits 8.500 Euro ausgegeben wurden.

Das Mehrgenerationen-Projekt auf dem 1.300 Quadratmeter großem „Dreieck“ hat die Gemeinde Utting zusammen mit dem Spielplatz-Planer und Buchautor Peter Hohenauer („Spielplatzplanung naturnah und kindgerecht“) entwickelt. Neben den Spielgeräten wie Kletterturm und Rutsche für die Kinder gehören zum Konzept unter anderem auch eine Boccia- oder Boulebahn für Erwachsene, so dass alle Generationen bei Spiel und Freizeit im Landschaftspark am See zusammengeführt werden. Im Uttinger Haushalt waren für dieses Jahr 120.000 Euro für das Projekt eingestellt. Für die beantragte EU-Förderung aus dem Leader-Programm spielt die Verzögerung keine Rolle. Es läuft bis 2022.
Dieter Roettig

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