"Tenne" in Denklingen wiedereröffnet

Kein Kaufhaus, sondern ein Ort der Begegnung

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Gehörte bei der Wiedereröffnung zu den ersten, die in die „Tenne“ gekommen sind: Marco Bügner mit den Kindern Florian und Tanja. Rechts Gabriella und Ludwig Streicher.

Denklingen – Und wenn das Angebot an gebrauchten und auch neuen Artikeln noch so groß ist: Die „Tenne“ an der B17 sei niemals als Kaufhaus zu sehen, sondern als Ort, wo Waren, die schon oft in Menschenhand waren, getauscht werden und wo sich Menschen begegnen. Darin sieht Diakon Ludwig Streicher den Sinn der Tenne. Nach Monaten des Entrümpelns und Einrichtens war jüngst Wiedereröffnung.

Der freiberufliche Diakon hielt dabei eine emotionale Rede. Er habe „viel erlebt und auch einstecken müssen“, blickte Streicher auf die vergangenen Monate zurück. Seine Frau Gabriella und er haben die Tenne hinterm Truck-Stopp an der B17 wieder übernommen. Sie führten diese bereits einige Jahre, bevor es im Herbst 2015 zum Betreiberwechsel kam und Uwe Hauck übernahm. Der kündigte jedoch zum Ende vergangenen Jahres.

Verpächter ist Helmut Drohmann, der früher eine Landwirtschaft hatte. Der 83-jährige Denklinger schaute bei der Wiedereröffnung auch vorbei und meinte nach einem kurzen Rundgang: „Schea isch wora“. Ebenfalls vor Ort: Denklingens Bürgermeister Andreas Braun­egger. Er sagte, dass Ludwig Streicher damit „zum Baby“ zurückkomme. Das Gebrauchtwarenhaus sei dessen Kind.

Braunegger erzählte, dass seine Mutter aus dem Dorf oft zur Tenne herunterge­kommen sei und sich nach Nütz­- lichem für Haus und Familie umgeschaut habe. Der Bürgermeister sieht das Angebot in der Tenne auch als Beitrag wider die „Wegwerfgesellschaft“. Sie könne einen Anstoß zum Umdenken geben.

Möbel im alten Stall

Artikel für den Haushalt und Garten finden sich in der Trenne ebenso wie Bücher, Spielwaren, Bekleidung, Schuhe, Antiquitäten, Schmuck und anderes mehr. Alte gebrauchte Möbel stehen ein Stockwerk tiefer im früheren Stall. Von dort sind es nur noch ein paar Schritte hinüber zur Friedenskapelle, die im ehemaligen Hühnerstall eingerichtet wurde.

Damit das Angebot reichhaltig bleibt, freuen sich Gabriella und Ludwig Streicher über gut erhaltene Sachspenden. Dem Paar gehört übrigens auch die Tenne in Utting. Dort ist Sohn Tobias der Ansprechpartner.

Wichtig ist den Betreibern der Umweltgedanke, der Schutz von Ressourcen und die Möglichkeit der Wiederverwertung. Das Leitwort heißt „Werte schätzen – Wärme schenken“. Einnahmen aus dem Warenverkauf fließen in den Erhalt der Tenne selbst. Zudem wird damit der Förderverein Stiftung Lebensfreude unterstützt, der regional da hilft, wo Mitmenschen in Not geraten sind.

Johannes Jais

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