1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Landsberg

Lustberghof: Auto-Handel ohne Genehmigung?

Erstellt:

Von: Johannes Jais

Kommentare

Lustberghof - Denklingen - Kfz-Handel
Beim Lustberghof an der B17 wird ein Kfz-Handel betrieben. Die Frage ist, ob dieses Gewerbe dort überhaupt erlaubt ist. © Jais

Denklingen/Epfach – Der Lustberghof an der B 17 zwischen Landsberg und Schongau – mehr als die Gaststätte, die zurzeit von einem Pächter als griechische Taverne geführt wird. Seit Jahren beschäftigen sich die Behörden immer wieder aufs Neue mit Plänen für das gesamte Anwesen. Jetzt möglicherweise wieder, im Nachhinein: Was hat es mit dem Kfz-Handel an der Nordseite des Geländes auf sich? Dafür ist weder ein Gewerbe angemeldet noch ein Bauantrag eingereicht worden.

Gut zwei Dutzend gebrauchte Autos stehen auf der geschotterten Fläche zwischen der B17 auf der Ostseite und der Waldfläche im Westen. Vereinzelt sind Transporter darunter. Auch kleine Lastwagen sind dort abgestellt und ein Container. Der ist wohl für Verkaufsgespräche vorgesehen. Den Kfz-Abstellplatz hat im vergangenen Jahr ein Händler angelegt. Er sei in Kaufering zu Hause und habe diese Fläche nördlich des Lustberghofs erworben, sagt er am Telefon. Namentlich genannt werden möchte er nicht. Die Lage an der vielbefahrenen Bundesstraße sei gut. Auch erklärt der Händler auf Nachfrage des KREISBOTEN, dass er dafür ein Gewerbe angemeldet habe. In der Gemeinde Denklingen weiß man davon indes nichts. Die Antwort aus dem Rathaus: „Uns liegt keine Gewerbeanmeldung vor“, heißt es in einer E-Mail.

Ähnlich fällt die Antwort aus dem Landratsamt Landsberg aus. Pressesprecherin Anna Diem beschreibt die Situation am Lustberghof so: Ob ein Kfz-Handel auf dieser Freifläche neben der Bundesstraße temporär beziehungsweise dauerhaft erlaubt ist, müsste in einem Baugenehmigungsverfahren geklärt werden. Bislang liege dem Landratsamt jedenfalls kein Antrag vor.

Autos fürs Ausland

Zurück aufs Verkaufsgelände: Auf einem einfachen Blatt Papier hinter einer zerknitterten Folie, die an den Container geklebt wurde, ist zu lesen: AM-Automobile, An- und Verkauf von Pkw, Transportern und Lkw (Baumaschinen). In der letzten Zeile steht noch eine Mobil­nummer. Der Händler schildert am Telefon, dass er die gebrauchten Fahrzeuge vorwiegend ins Ausland verkaufe. Lokale und regionale Kunden würden von ihm kaum bedient.

Auf der großen geschotterten Fläche nördlich des Lustberg­hofs gab es – unter dem früheren Denklinger Bürgermeister Michael Kießling, heute CSU-­Bundestagsabgeordneter – Bestrebungen, Baurecht für eine Tankstelle zu schaffen. Das ist inzwischen sechs Jahre her. Doch daraus ist nichts geworden. Das Bauleitplanverfahren ist still und leise eingestellt worden.

Die Geschichte des Lustberg­hofs ist wechselhaft und zugleich ziemlich undurchsichtig. Ein Denklinger formuliert es so: Da sei ziemlich viel „im Graube­reich“ gelaufen. Die frühere Stallung sei mal bei Schneelast eingedrückt worden. Und in den letzten 30 Jahren seien von den Grundstücken, die zur früheren Ökonomie gehörte, Stück für Stück verkauft worden. Eigentümer des Anwesens ist seit einigen Jahren ein Mann aus dem Landkreis Dachau.

Ferienwohnungen?

Mit An- und Umbauten am Lustberghof hatte sich vor gut einem Jahr der Denklinger Gemeinderat befasst. Mit den beantragten baulichen Veränderungen am Gasthof selbst beziehungsweise am Nebengebäude zeigte sich das Gremium einverstanden. Es sei keine Splittersiedlung zu befürchten, wenn eine Umnutzung in Hotelzimmer und Ferienwohnungen erfolge. Stichwort sei eine „vorübergehende, nicht dauerhafte Beherbergung“. Einverstanden zeigte man sich auch mit einer Wohnung für den Betriebsleiter.

Die Nutzung der geschotterten Fläche auf der Nordseite war in diesem Zusammenhang kein Thema. Wenn nun dort ohne baurechtliche Genehmigung und ohne gewerbliche Anmeldung ein Kfz-Handel betrieben wird, muss das eigentlich die Behörden auf den Plan rufen. Schon wieder.

Auch interessant

Kommentare