Für Uttings Leseratten

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„Alles neu“ ist bald in der Gemeindebücherei Utting, die jetzt wieder eröffnet wurde. Hinter der Leiterin Traudl Raulf: EDV-Spezialistin Claudia Breier von der Gemeindeverwaltung, Mitarbeiterin Margit Geier und Bürgermeister Josef Lutzenberger (v. links).

Utting – Haptisch zu lesen ist hip, trotz zunehmendem Trend zur Digitalisierung. So sehen das jedenfalls Traudl Raulf und Margit Geier, die Leiterinnen der Uttinger Gemeindebücherei. Sie wurde jetzt nach einer kurzen Teil­erneuerungsphase wieder eröffnet. Bürgermeister Josef Lutzenberger kam zum Gratulieren und inspizierte den neuen Schreibtisch-, Theken- und Regalbereich sowie die neu organisierte Lese- und Kinderecke.

Die Gemeinde Utting hatte knapp 5.000 Euro für den modernen PC-Arbeitsplatz mit der Spezialsoftware „WinBiap“ bereitgestellt, die nach einer intensiven Einschulung durch Claudia Breier jetzt im Echtbetrieb läuft. Weitere Mittel von 5.000 Euro kamen von der Gemeinde für den allgemeinen Bestand und den Bereich Non-Book, also DVDs und CDs, sowie für „Antolin“. Die kostenmäßige Beteiligung der Gemeinde war Voraussetzung für Fördergelder der Bayerischen Staatsbibliothek in Höhe von insgesamt 7.000 Euro.

Mit der neuen Software sind Karteikarten bald überflüssig. Von den 7.000 Ausleihmedien in Utting sind bereits mehr als tausend elektronisch erfasst. Der Rest soll bis zu den Sommerferien 2017 in Fleißarbeit erledigt sein, ebenso die Einarbeitung der Mitgliederkartei. Der gesamte Verleihkatalog geht dann online und die Benutzer können direkt darauf zugreifen. Die Herstellungskosten der neuen Büchereiausweise hat die Sparkasse Landsberg-Dießen übernommen. Bevor man sich für die jetzt genutzte Software entschieden hat, informierten sich Margit Geier und Traudl Raulf in den Büchereien der Nachbargemeinden Schondorf und Dießen, wo man bereits mit WinBiap arbeitet.

Bürgermeister Josef Lutzenberger zeigte sich begeistert von diesem Schritt in die Zukunft: „Wenn alles planmäßig verläuft, sind wir bis Ende des Jahres 2017 komplett modernisiert. Die Teilerneuerung ist ein wichtiges Etappenziel.“ Der gesamte Bestand aller auszuleihenden Mediengruppen wird Ende 2017 digital abrufbar sein. Zu jedem Buch und zu jeder DVD findet man zusätzlich eine ausführliche Beschreibung sowie Links zu weiterführenden Informationen.

Gespannt ist man, wie das erweiterte Angebot in Sachen „Antolin“ durch die Grundschule im Hause angenommen wird. Nachdem Lehrer und Eltern in diesem Bereich schon tätig sind, wurde von Rektorin Büttner-Meder der Wunsch geäußert, sich hier noch mehr zu engagieren. Antolin funktioniert nach dem Prinzip der Lernzielkontrolle. Nachdem ein Schüler ein Antolin-Buch gelesen hat, muss er digital Fragen zum Inhalt beantworten und bekommt dafür Plus- oder Minuspunkte. Dieses System ist Garant für ein intensives Lesen und Beschäftigen mit dem Buch.

Man erlebe bei den Besuchern das Bedürfnis, der neuen virtuellen Welt reale Orte entgegenzusetzen. Die Bücherei sei nicht nur eine „Ausleihstelle“, sondern ein Ort der Begegnung und des Austausches. Selbst Smartphone-Jünger blühen auf, wenn sie Bücher fühlen, ertasten, riechen. Das Duell „Haptisch gegen Digital“ sei zumindest beim Klientel der Gemeindebücherei noch nicht feststellbar. Im Gegenteil: Für junge Leute sei es „hip, haptisch zu lesen.“

Die Gemeindebücherei am Schulweg 2 ist Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Dieter Roettig

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