Nie wieder über die Ufer

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Symbolischer Spatenstich: Bürgermeister Josef Lutzenberger, Florian Hoffmann, Johannes Haas vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim, Matthias Hornsteiner, Kutter-Abteilungsleiter Jürgen Rogg, Ralf Stief, Sabine Kaiser und der planende Ingenieur Volker Wittke (v. links).

Utting – Spontane Frage an eine Kundin im Uttinger Edeka-Markt: „HQ 100 plus?“ Die Dame schaut verdutzt und will uns zu den Energy-Drinks schicken. Wir fragen weiter, ob sie sich an die Hochwasser in den Jahren 2001 und 2002 erinnern kann, als der Mühlbach im Ortsgebiet über die Ufer trat. Sehr gut konnte sie sich daran erinnern – und auch daran, dass die Gemeinde alles tun wollte, um solche Überschwemmungen künftig zu vermeiden. Wir konnten die Dame aufklären, dass die Gemeinde jetzt diesbezüglich Gas gibt und warum sich ein Hochwasser in Utting aller Wahrscheinlichkeit nach nie mehr wiederholen wird.

Bei der Angabe „HQ 100 plus“ steht das H für Hochwasser, das Q für Quantität und 100 für die Jährlichkeit, also ein Hochwasser, wie es durchschnittlich betrachtet alle hundert Jahre einmal vorkommt. Das „plus“ ist ein Sicherheits- bzw. Klimaänderungszuschlag. So erklärte es Ingenieur Volker Wittke, der von der Gemeinde beauftragte Planer, beim symbolischen Spatenstich (mit weißblauen Spaten!) für den Baubeginn des ersten Hochwasserrückhaltebeckens an der Auraystraße südlich des Uttinger Sportgeländes.

Bürgermeister Josef Lutzenberger begrüßte zum Start eines der teuersten und flächenmäßig größten Bauprojekte der Gemeinde Johannes Haas vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim, Abteilungsleiter Jürgen Rogg von der ausführenden Baufirma Kutter sowie die Gemeinderäte Sabine Kaiser (GAL), Florian Hoffmann (LW), Matthias Hornsteiner (LW) und Ralf Stief (CSU).

Rund zwei Millionen Euro werden die beiden Dämme und Becken kosten, wobei der Freistaat Bayern eine Förderung von 65 Prozent übernimmt. Nach intensiver Planung und langwierigen Grundstücksverhandlungen hatte sich der Gemeinderat für den Bau von zwei Becken mit Dammlängen von 70 und 95 Metern entschieden, da eines zu überdimensioniert wäre. Das zweite Becken wird unterhalb des Reichshofes entstehen. Beide Becken mit einer Fläche von circa 2,4 Hektar und einem Fassungsvermögen von 35.000 Kubikmetern werden dafür sorgen, dass in diesem Bereich bei Starkregen Wasser zurückgehalten und langsam und kontrolliert wieder abgegeben wird.

Bei einem 100-jährigen Hochwasserereignis würden die Fluten zwei Stunden lang abgefangen werden. Und nach Beendigung der Regenschauer wären die Becken innerhalb von acht Stunden wieder geleert. In diesem Jahr noch wird die ausführende Baufirma Kutter mit den Rodungsarbeiten beginnen, Zufahrtswege bauen und Lagerflächen schaffen. Ab März/April werden die Dämme und Durchlassbauwerke erstellt.

Die geplante Fertigstellung ist für August 2016 terminiert. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung und artenschutzrechtliche Untersuchung des Mühlbachs brachte übrigens das Ergebnis „biologisch top“. Seeforellen, Edelkrebse und Mühlkoppen tummeln sich in dem Gewässer. Damit das so bleibt, wird in einem weiteren Bauabschnitt eine Fischtreppe bzw. Fischaufstiegshilfe gebaut.

Dieter Roettig

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