Gegen den Zahn der Zeit

Entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit und soll daher generalsaniert werden: Die Fritz-Beck-Hauptschule in Landsberg Foto: Peters

Zuletzt war die Fritz-Beck-Hauptschule vor allem wegen des fehlenden Wasseranschlusses in den Container-Klassenzimmern in die Schlagzeilen geraten (der KREISBOTE berichtete). Dabei verfügt das rund 50 Jahre alte Schulgebäude selbst über zahlreiche bauliche Mängel, die eine Generalsanierung un­ausweichlich machen. Nachdem dazu bereits im April im Verwaltungs- und Finanzausschuss eine weitergehende Untersuchung beschlossen worden war, stellte nun die Grünen-Fraktion in der jüngsten Statdtratssitzung einen eigenen Antrag zur energetischen Sanierung der Schule.

Für Stadtbaumeisterin Annegret Michler war dies Anlass, den aktuellen Untersuchungsstand aus Sicht des Bauamtes zu präsentieren. Demnach machen nicht nur schlechte Dämm­werte, die aus einem 2009 erstellten energetischen Gutachten hervorgehen, eine durchdachte Sanierung der Gebäudehülle, der Heizungsanlage und Anlagentechnik nötig. So haben Untersuchungen ergeben, dass auch die Eterniteindeckung des Daches brüchig ist und einer Erneuerung bedarf. Dazu kommen Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich wie der Einbau von Brandschutztüren oder Verbesserungen der Akustik. Das Bauamt empfehle dem Stadtrat daher, so Michler, eine Generalsa­nierung in Auftrag zu geben, bei der auch die ökologischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen seien. Dazu zähle der Einbau einer kontrollierten Lüf­- tungsanlage, wie sie auch die Grünen in ihrem Antrag fordern würden. Den anderen Anliegen der Antragsteller, bereits im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten am Hauptgebäude zu beginnen und ein weiteres Gutachten zur Planung der energetischen Sanierung in Auftrag zu geben, erteilte Michler jedoch eine klare Absage. Als erstes müsse zwingend eine Gesamtplanung erstellt werden, die dann auch das energetische Konzept beinhalte, erklärte die Stadtbaumeisterin, die zudem dazu riet, von weiteren Gutachten Abstand zu nehmen und stattdessen konkrete Planungsmaßnahmen zu erarbeiten. Auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann warnte vor voreiligen Schritten. „Lasst uns das lieber in Ruhe angehen und ein einheitliches Konzept erstellen.“ Erst dann ließen sich auch die Kosten des Sanierungsvorhabens genau beziffern. Derzeit gehe man von rund 1,5 Millionen Euro aus, sagte Michler, deren Schätzung sich jedoch einzig auf das vorliegende Gutachten und die bekannten Schäden stützt. „Es ist eine Hochrechnung und daher nur mit Vorsicht zu genießen.“ Einstimmiges Votum Die Stadträte überzeugte Michlers Vortrag, weshalb das Gremium einstimmig beschloss, die erforderlichen Mittel in den Haushalt 2011 aufzunehmen. Keine Billigung fand dementsprechend der Antrag der Grünen, den Baubeginn auf das nächste Jahr vorzuziehen. Dieser soll nun nach Abschluss der Gesamtplanung im Jahr 2012 erfolgen.

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