Da gehen Senioren ins Netz

Dieter Geiger hält mit seiner Schwester, die in Alaska wohnt, über Skype Kontakt, schickt Fotos und empfängt Bilder von ihr per Mail. Irmgard Tietgen nutzt den PC für Bankgeschäfte und führt mit Excel ihr Haushaltsbuch. Mit dem Computer sei das sehr praktisch, befinden die beiden Senioren, die schon seit längerem in das Internetcafé für Senioren in der Wohnanlage am Englischen Garten kommen. Seit einem Jahr gibt es den Treffpunkt in Landsberg, der mittlerweile aus einer Stammgruppe von rund zehn Leuten besteht. Dieses kleine Jubiläum war Anlass für eine Feier. Die Computer wurden dabei nicht ausgeschaltet, sondern eifrig weitergetippt – die Windows-Start-Melodie, die im Hintergrund erklang, verriet es.

Dass dieses gute Angebot noch mehr ältere Menschen nutzen, wünscht sich Renate Wolff vom Seniorenbeirat der Stadt Landsberg. So könnte das Internet ein Fenster zur Welt sein, durch das sich ältere Menschen weniger einsam fühlen – beispielsweise durch die Möglichkeit, Familienangehörigen e-Mails zu schreiben. Café-Besucherin Irmgard Tietgen nennt einen anderen Vorteil des Internetangebots: „Ich finde es herrlich, dass man im Internet alles erfragen und sich so ein Bild von etwas machen kann.“ Ihr Ehemann Werner schätzt das Interesse seiner Frau und meint: „Sie ist inzwischen die Computer-Expertin im Haus.“ Gemeinsam mit der Stadt Landsberg und der Volkshochschule hat der Seniorenbeirat den Computertreff für Senioren ermöglicht. Technisch ist der Mehrzweckraum in der Wohnanlage mit fünf Laptops, einem Drucker und einem Beamer gut aufgestellt. Gesurft wird natürlich kabellos, also W-LAN. Menschlich funktioniert der Treff ebenso – Ernst Schatz leitet das Internetcafé und das mit viel Humor. Schatz stellt schon einmal die Frage, wie „Wollen sie ihren Computer jetzt wirklich erschießen?“ oder er klärt, warum der Computer ein männliches Wesen hat. Zum Gelingen des Computertreffs tragen außerdem seine Nutzer bei, die mit ihren Wünschen die Themen liefern. Bildbearbeitung ist zum Beispiel sehr gefragt. Jeden Dienstagnachmittag beschäftigen sich die Senioren dann mit Programmen oder Internet-Angeboten, die sie anwenden wollen. „Das Prinzip soll sein, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzugeben.“ Neue Möglichkeiten, die das Internet bietet, kommen daher auch ins Internetcafé. Skype und Podcast sind den Senioren nicht nur bekannt, sie arbeiten auch damit. Weitergeben möchten sie ihr erworbenes Wissen jeden Donnerstag beim so genannten „Internetservice“ im Café. Dabei helfen erfahrene Senioren Neulingen beim Zugang zum Computer und zum Netz und das „mit Humor und Geduld“, wie Leiter Ernst Schatz es ausdrückt. Mehr Informationen zum Internetcafé für alle Senioren der Stadt Landsberg am Englischen Garten gibt es natürlich im Internet auf www.internetcafe-ll.de.

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