"Es geht uns nicht schlecht!"

400000 Euro sind für die Zusammenlegung der nördlichen Bahnübergänge in den aktuellen Schondorfer Haushalt eingestellt. Außerdem möchte die Gemeinde weitere Flächen westlich der Gleise erwerben. Foto: Nagl

Eine Neuverschuldung von einer Million Euro und den fast restlosen Verbrauch der Rücklagen will die Gemeinde Schondorf in Kauf nehmen, um heuer ihr Investitionsprogramm zu stemmen. Vor allem steht der lang ersehnte Umbau der beiden Bahnübergänge am nördlichen Ortsrand an: Nach 30 Jahren scheinen die Aussichten günstig, dass nun die Zusammenlegung der beiden Schienenkreuzungen zu einem Übergang realisiert wird: „Für heuer sieht es gut aus“, sagte Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) am Mittwoch bei den Haushaltsberatungen. Erste Büsche und Bäume entlang der Gleise wurden bereits gerodet.

Vor zehn Jahren bereits hatte das Straßenbauamt dem Vorhaben „höchste Priorität“ eingeräumt: Sind die Schranken in Richtung Oberschondorf geschlossen, entstehen hinter den ausgebremsten Abbiegern regelmäßig lange Staus auf der Staatsstraße, die das Westufer des Ammersees mit der A96 verbindet. Beim Umbau sollen daher 30 Meter lange Abbiegespuren eingerichtet werden. Vor Kurzem ist ein Entwurf der Kreuzungsvereinbarung im Rathaus eingegangen, die vor allem die Kostenaufteilung zwischen Gemeinde, DB Netz und staatlichem Bauamt regelt. Schondorf hat dafür 400000 Euro im aktuellen Haushalt eingeplant: dieser Betrag sei jedoch „sicherlich zu hoch gegriffen“, meinte Wittmaack am Mittwoch. Der Bürgermeister ist auch zuversichtlich, dass die einkalkulierte Neuverschuldung zumindest teilweise umgangen wer­- den könne. Schon im Haushalt 2010 war eine ähnlich hohe Kreditaufnahme vorgesehen ge­wesen, die dann doch nicht beansprucht wurde. Dafür nahmen die Rücklagen im Laufe des Jahres von 1,58 Millionen auf 937000 Euro ab: Umbau und energetische Sanierung des Rathauses sowie Bauvorhaben, wie die Einrichtung des provisorischen Jugendtreffs am Rathaus, forderten ihren Tribut. Trotzdem gelang es, die bestehenden Schulden von 2,79 auf 2,52 Millionen Euro abzubauen. „Es geht uns nicht schlecht“, fasste Wittmaack die finanzielle Situation zusammen. Dies sei vor allem den solventen Bürgern und „tüchtigen Unternehmern“ Schondorfs zu verdanken, von deren Steuerzahlungen man profitiere. Auch heuer sind neben dem Bahnübergang weitere größere Investitionen geplant: Für das neue Schützenheim werden 300000 Euro benötigt. Der gleiche Betrag ist für den Straßenbau in der Ortsmitte vorgesehen, wo zwischen Rathaus und Bahnhof begrünte Parkplätze und eine Bushaltestelle für die Realschüler geschaffen werden sollen. 350000 Euro hat Kämmerer Andreas Hanel für den Kauf eines rund 3000 Quadratmeter großen Grundstücks eingestellt. Das sogenannte „Coprix-Gelände“ könnte etwa als Tauschobjekt für einen eventuellen Ausbau der Realschule oder für den Bau einer Sporthalle dienen, erklärte der Bürgermeister. Außerdem sei man bestrebt, westlich der Bahn Flächen für eine in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt diskutierte „Westparallele“ zur bestehenden Ortsdurchfahrt zu sichern. Bevor der Haushalt einstimmig verabschiedet wurde, debattierte der Gemeinderat noch intensiv über zwei strittige Punkte: So war Helga Gall (Grüne) nicht einverstanden, dass für die schon mehrfach verschobene Sanierung der fünf Gemeindehäuser am Seeberg heuer nur 20000 Euro Planungskosten vorgesehen sind. Der gleiche Betrag ist für eine von Andreas Dhom (FW) angeregte Machbarkeitsstudie zur Verkehrsentlastung angesetzt – deren Sinn unter anderem Rudi Hoffmann (Grüne) infrage stellte. Doch man entschied schließlich mit 9:6 Stimmen, die Studie im Haushalt einzuplanen.

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