Bauausschuss sagt Nein zur Erweiterung

Keine Extrawurst für Mr. Gelato!

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Der Bauausschuss des Stadtrats hat es abgelehnt der Eisdiele „Mr. Gelato“ im Außenbereich mehr Stühle als bisher zu genehmigen.

Landsberg – Keine Extrawurst für die Eisdiele am Hauptplatz: Der Bauausschuss des Stadtrats hat es mit großer Mehrheit abgelehnt, „Mr. Gelato“ eine Ausnahmegenehmigung für mehr als die erlaubte Anzahl an Außensitzplätzen zu erteilen.

Wie berichtet, hatte die beliebte Eisdiele bereits im letzten Jahr Fakten geschaffen und zu den genehmigten 50 Außenplätzen eigenmächtig 30 weitere hinzugefügt. Eine Genehmigung dafür wurde erst im Nachhinein beantragt – unmittelbar nach der Bezahlung des von der Stadt verhängten Bußgeldes.

Das Ordnungs- und Marktamt warnte jetzt den Bauausschuss vor einer Zustimmung – andere Gastronomen am Hauptplatz seien bereits hellhörig geworden. „Wir haben schon weitere Anfragen“, so Ordnungsamtschef Ernst Müller. Verlasse man die Vorgaben des Stadtrats – die unter anderem vorsehen, dass die Außenbestuhlung nicht breiter angelegt sein darf als das Gebäude, in dem sich die Gastronomie befindet –, müsse man zu Einzelfallentscheidungen zurückkehren. Und da man jeden Antrag gleich behandeln müsse, wäre wachsenden Außenbestuhlungsflächen Tür und Tor geöffnet. „Mit welcher Begründung sollten wir das ablehnen?“

Reinhard Skobrinsky (BAL) hätte die Sache gerne „etwas liberaler“ gesehen. „Wir wollen doch Leute in die Stadt hineinbekommen.“ Auch Dieter Völkel (SPD) war geneigt, der Eisdiele entgegenzukommen und schlug vor, wenigstens einen Teil der zusätzlichen Plätze zu erlauben. Dadurch würde die Attraktivität der Innenstadt gesteigert.

Die hänge nicht allein an der Gastronomie, wandte Moritz Hartmann (Grüne) ein. „Zur Innenstadt gehören auch Flächen, wo man nicht konsumieren muss.“ Petra Kohler-Ettner (CSU) fand es „frech“, dass Mr. Gelato schon seit Februar die Außenplätze aufgebaut habe, obwohl es offiziell erst ab 1. April erlaubt ist. Müller erklärte, für Außenbestuhlung außerhalb der genehmigten Saison (1. April bis 30. Oktober) bestehe keine Sondernutzungserlaubnis und erfolge auf eigenes Risiko. Gegebenenfalls müsse sie kurzfristig wieder weggeräumt werden – wenn etwa bei einem neuerlichen Wintereinbruch der Schneeräumer durchfahren muss.

Ebenfalls gegen zusätzliche Außenplätze sprach die Tatsache, dass ihre Zahl nicht größer sein darf als die der Innenplätze – und dass zusätzliche Toiletten gebraucht würden. Außerdem müssen die Außenmöbel im Winter oder bei Veranstaltungen wie dem Ruethenfest irgendwo untergebracht werden – und zwar möglichst nicht draußen an der Wand, wie Müller sagte. „Das ist dem Stadtbild nicht gerade zuträglich.“ Doch manche Gastronomen hätten schon jetzt keine ausreichenden Lagerräume für die Tische und Stühle.

Mit 3:10 lehnt der Ausschuss die Ausnahmegenehmigung für Mr. Gelato ab. Skobrinskys Antrag, wenigsten 16 zusätzliche Plätze zu erlauben, fiel ebenfalls durch, mit 5:8. 

Ulrike Osman

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