Dr. Bühler und Sepp beklagen den Verlust der "Meinungshoheit"

Erläuternde Schreiben in der Postwurfsendung

+
Das Anschreiben auf dem Kuvert, drei Schreiben im Innern - mit dieser "Postwurfsendung" wandten sich Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und Vize-Bürgermeister Norbert Sepp an die Kauferinger Bürger.

Kaufering – Einen vollen Briefkasten hatten Kauferings Bürger am Montagmorgen. Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und 2. Bürgermeister Norbert Sepp haben ein Kuvert mit drei verschiedenen, „erläuternden Schreiben“ eingeworfen. Der Grund: Es sei „fast unmöglich, sich Gehör zu verschaffen, wenn die Presse die Meinungshoheit übernommen hat“.

Hintergrund sind wieder die öffentlich kritisierten „Geburtstagszahlungen“ beziehungsweise die Reaktion des amtierenden Bürgermeisters Erich Püttner. In einer Presseerklärung zur Rechtfertigung der beleglosen Bargeldgeschenke von Bühler an Sepp und umgekehrt (der KREISBOTE berichtete mehrfach) schrieb Sepp: „Dieser Vorgang muss dem Kämmerer des Marktes Kaufering bekannt gewesen sein, der als zuständiger Sachbearbeiter aber keine Bedenken geäußert hatte.“

Diese Aussage ging dem amtierenden Rathauschef zu weit: Püttner entgegnete in einer Stellungnahme vor dem Gemeinderat, dass diese öffentliche Verurteilung von Mitarbei­tern ein beispielloser und inakzeptabler Vorgang gewesen sei. Es sei „absolut unangebracht für einen Vorgesetzten, seine Mitarbeiter in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht zu rücken“, stellt sich Püttner schützend vor den langjährigen Kämmerer Winfried Plass. Püttner legte seinem Vertreter daher den Rücktritt nahe.

Das wiederum will sich aber Norbert Sepp nicht gefallen lassen, gemeinsam mit Bühler verteilte er einen Umschlag mit drei Schreiben an die Kauferinger Haushalte. Püttner würde die Belegschaft im Rathaus gegen ihn aufhetzen mit der Begründung Sepp hätte die Ge­- burtstagszahlung voll auf die Verwaltung abgeschoben. „Richtig ist, dass ich dieses Geschenk haushaltsrechtlich angeordnet habe“, schreibt Sepp. „Zu diesem Vorgang stehe ich und übernehme auch die Verantwortung in der Sache.“

Vertrauen zerstören?

„Allein der Kämmerer war direkt angesprochen, weil er alle Finanzflüsse mitbekommt und bei einem Fehler in der Abwicklung sofort auf diesen hinweisen würde“, sagt Sepp jetzt. Der „Vorwurf über die Belastung der Verwaltung durch mich“ löse sich in Luft auf. Warum ihm das vorgeworfen werde, wisse Norbert Sepp nicht: „Will Püttner durch seine bewussten Verdrehungsaussagen das in 48 Jahren Gemeinderatstätigkeit gewachsene Ver­- trauen mit den Bürgern und die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung im Vertretungsfall zerstören?“, fragt der Stellvertreter in seinem Schreiben.

Bühler bleibt auf Sepps Seite und schreibt auf einem weiteren Blatt der Haussendung: Die Verwaltung hätte ihn sicherlich bei den Geburtstagszahlungen informiert, „wenn ich hier fehl gehandelt hätte“ und ihn gewarnt, wäre diese Überzeugung falsch gewesen. Damit sei nicht das Abschieben der Verantwortung gemeint: „Für dieses Geschenk in Geld stehe ich schon selber gerade“, so der Ex-Bürgermeister.

Er sei stolz auf die Verwaltung seiner 25-jährigen Amtszeit und habe sich immer schützend vor die Mitarbeiter gestellt, schreibt Dr. Klaus Bühler. Als Beweis dafür liegt der Sendung als drittes Blatt auch noch der Abschiedsgruß der Verwaltungsmitarbeiter bei. Der Kauferinger Ehren­- bürger denke gerne an die Zeit im Rathaus zurück. „Bedauerlich ist nur, dass systematisch versucht wird, diese erfreuliche Bilanz aus durchsichtigen Gründen zu schmälern.“

Janina Reich

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tempo 30 in der Münchener Straße
Tempo 30 in der Münchener Straße
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See

Kommentare