Rotary-Nachhaltigkeitspreis Lech-Ammersee 2020

Geldsegen für Fuchstals »Ackerdemie«

Rotary-Nachhaltigkeitspreise in der Alten Brauerei Stegen
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Frauen-Power bei der Verleihung der Rotary-Nachhaltigkeitspreise in der Alten Brauerei Stegen, von links: Schirmherrin OB Doris Baumgartl, Caroline Herrmann-Lauenstein (Sonderpreis), Michaela Walch (3. Preis), Evi Klein (1. Preis) und Sabine Maria Leitner (2. Preis).
  • Dieter Roettig
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Stegen – Geballte Frauen-Power auf der Bühne des Groundlift-Studios in der Alten Brauerei Stegen: Vier strahlende Preisträgerinnen und Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl als beeindruckte Schirmherrin. Von hier aus wurde die Verleihung des „Rotary Nachhaltigkeitspreises Lech-Ammersee 2020“ gestreamt, nachdem Corona-bedingt die ursprünglich im Historischen Rathaus Landsberg geplante Veranstaltung abgesagt werden musste.

Aber auch via Live-Übertragung konnten Sonia Fischer und Ralf Weiler, die Präsidenten der beiden ausrichtenden Rotary-Clubs Landsberg und Wörthsee, ihre zahlreichen Mitglieder und Freunde überraschen, die zum Beifall-Klatschen immer wieder zugeschaltet wurden. Neben Landsberg und Wörthsee gehören auch die Clubs Ammersee-Römerstraße und Buchloe zu den Initiatoren des Preises.

Er wurde gemäß der Zukunftsvision von Rotary International ins Leben gerufen: „Wir sehen eine Welt, in der Menschen gemeinsam beginnen, nachhaltige Veränderungen zu schaffen – in allen Ländern, in unserer Nachbarschaft und bei uns selbst.“ So zeichneten die vier Clubs nachhaltige Projekte für soziales und ökologisches Engagement von Menschen in der Region aus, die für die Gesellschaft und den Naturraum wirken. Wobei man unter Nachhaltigkeit die langfristigen Auswirkungen unseres Tuns auf das Gemeinwohl und auf zukünftige Generationen im Sinne der rotarischen Grundwerte versteht.

In Zeiten von Klimawandel, ökologischen Krisen und Corona sei nachhaltiges Handeln wichtiger denn je, betonte Schirmherrin Doris Baumgartl. Ergänzt von Ehrengast Prof. Dr. Renate Dendorfer-Ditges, die über 50 Rotary-Clubs im Distrikt 1841 als „Governor“ vertritt: „Nachhaltigkeit meint die Übernahme von Verantwortung.“

Wie Prof. Armin Brysch, Leiter der zwölfköpfigen Jury ausführte, seien insgesamt elf Bewerbungen für den erstmals ausgelobten Preis eingegangen, die allesamt einen Gewinn für die Region darstellen. Nach stundenlanger Beratung per Videoschalte habe man sich letztendlich einstimmig auf die drei Preisträger sowie den Sonderpreis geeinigt.

Den mit 4.000 Euro datierten ersten Preis erhielt die Johann Baptist Baader Mittel- und Grundschule Fuchstal für ihre „Ackerdemie“. Auf einem Acker neben der Schule bauen die Kinder und Jugendlichen Gemüse und mehr für den eigenen Speiseplan an. Wie Laudatorin Doris Baumgartl betonte, verändere die Ackerdemie das Bewusstsein der Schüler für den Anbau und die Wertschätzung von Lebensmitteln. „Das selbsttätige Lernen befähigt die Schülerinnen und Schüler, ihr Wissen an die Familien und ihr Umfeld weiterzugeben.“

Der Nachhaltigkeits-Preis würdige den Vorbildcharakter und das große Engagement der Schule, ungewöhnliche Wege zu gehen. Rektorin Evi Klein dankte für die Anerkennung und versprach, das Preisgeld unter anderem in eine Schulimkerei und eine Blumenwiese zu investieren: „Bei uns gibt es ganzheitliches Lernen mit Herz, Verstand und Gaumen“.

Der zweite mit immerhin 3.000 Euro dotierte Nachhaltigkeitspreis ging an den „Arbeitskreis Dorfökologie“ der Gemeinde Finning. Wie die Jury betonte, habe man damit ganz unterschiedliche Akteure an einen Tisch gebracht und einen großen ehrenamtlichen Unterstützerkreis für Flora und Fauna in der Gemeinde aktiviert und fest verankert. Projektleiterin Sabine Maria Leitner, die den Preis entgegennahm, erzählte stolz, der Arbeitskreis habe inzwischen eine Vorbildfunktion für viele andere Gemeinden.

Mit 2.000 Euro fuhr Schulleiterin Michaela Walch von der Grundschule Traubing im Landkreis Starnberg nach Hause. Ihre Aktion „Weihnachten in der Tüte“ erhielt den dritten Preis. Die 83 Kids hatten Hunderte von Weihnachtstüten gepackt und an Seniorinnen und Senioren im Altersheim sowie im Dorf verteilt. Wie die Jury lobte, habe man so der Corona-Pandemie mit einer innovativen und spontanen Idee getrotzt. Das habe generationsübergreifend zu einem nachhaltigen Austausch mit den älteren Mitbürgern geführt.

Der undotierte Unternehmenspreis ging schließlich an Caroline Herrmann-Lauenstein aus Schondorf und ihre Modefirma „Die Rockmacherin“. Die Jury lobte ihren Mut, regional zu produzieren, respektvoll mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen und Verantwortung für Mensch und Umwelt zu übernehmen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von Dr. Maximilian Hofbauer, Dominique Merkle, Franziska und Melanie Überreiter, Teresa und Ellinor Karius sowie vom Comedy-Duo Mark’n Simon.

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