Tigerente der Lüfte

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Seine Kinder haben ihn schon oft in die Luft begleitet: Andreas Leberle (hier mit Sohn Linus) hat in einem Geltendofer Schuppen in jahrelanger Arbeit einen historischen Doppeldecker nachgebaut.

Geltendorf – Gelb und schwarz gestreift steht er da, der ultraleichte Doppeldecker mit der knallroten Nase. Der Flieger ist ein Nachbau der historischen Focke-Wulf Kiebitz aus dem Jahr 1928. Die Lackierung ist eine Hommage an die Tigerente, „meinen Kindern zuliebe“, wie Andreas Leberle sagt. 

Der Geltendorfer hat das Ultraleichtflugzeug selbst gebaut, nach Feierabend und an den Wochenenden. Vier Jahre hat er dazu gebraucht. Inzwischen war er mit seiner Maschine schon oft in der Luft.

Wie geht man vor, wenn man sich selbst ein Flugzeug bauen will? Die notwendige Sachkenntnis brachte Leberle schon mal mit, er ist Flugzeugbauingenieur. Die Baupläne samt Lizenz erwarb er beim Konstruk- teur der Maschine, der auch den Bau kontrollierte und am Ende abnahm. Als sich der Doppeldecker das erste Mal in die Luft erhob, saß ebenfalls der Lizenzgeber am Steuerknüppel. „Der Konstrukteur macht den Erstflug, nicht der Erbauer“, erzählt Leberle. „Das ist so üblich.“ 

An Material verwendete er Holz, Aluminium und Stahl - „alles, was der Baumarkt hergibt“. Die Bespannung besteht aus einem Leinen-Polyester-Gewebe. Der Motor, der das 280 Kilo schwere Flugzeug antreibt, stammt – mit Umbauten – aus einem VW-Käfer. Leer wiegt die Maschine nur 280 Kilo. Das Höchstgewicht, das sie inklusive Ladung haben darf, beträgt 450 Kilo. Das heißt, außer dem Piloten kann noch ein – normalgewichtiger – Passagier mitfliegen. In diesem Fall reichen die Gewichtskapazitäten allerdings nur noch für eine recht geringe Menge Benzin, genug für etwa 100 Kilometer. Fliegt der Pilot allein, reicht der Sprit bis über die Alpen nach Italien. „Da kann man schon mal nach Venedig fliegen“, sagt Leberle. 

Und wie steht es mit der Sicherheit? Grundsätzlich starten Ultraleichtflieger nur bei schönem Wetter. „Und im Notfall kommt man auf jedem Sportplatz runter“, versichert der Geltendorfer. 100 Meter reichen ihm als Landebahn. Sollte in der Luft der Motor ausfallen, öffnet sich ein Fallschirm, an dem das Flugzeug zu Boden schwebt.

Ulrike Osman

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