Mit viel Lokalkolorit

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Auch ohne Wagen ein Hingucker: Prächtig hatten sich vier Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Geltendorf-Kaltenberg ausstaffiert.

Geltendorf – Von der Vogelgrippe bis zum VW-Skandal, vom Feuerwehrhaus bis zur Vereins-Rettung reichten die Themen, die beim Geltendorfer Faschingsumzug närrisch aufs Korn genommen wurden. 15 Wagen und fünf Fußgruppen beteiligten sich, über 2500 Besucher hatten ihren Spaß.

Der Faschingsumzug in Geltendorf findet nur alle fünf Jahre statt. Umso größer ist die Kreativität, die dann in Wagen und Kostüme gesteckt wird. Und da die Akteure in der Mehrzahl aus örtlichen Vereinen stammten, bot die Kommunalpolitik dankbare Thema – zum Beispiel die chronisch knappe Gemeindekasse, das gescheiterte Experiment Ortsbus, die unendliche Geschichte um den Neubau des Feuerwehrhauses und die umstrittene Lärmschutzwand an der Pestkapelle. Ein Western-Wagen, der eigentlich dem verstorbenen Bud Spencer huldigte, hatte Bürgermeister Wilhelm Lehmann gar als „Willy the Kid“ auf einem Steckbrief verewigt.

Am frühen Nachmittag formierte sich der Gaudiwurm in der Moorenweiser Straße, um sich dann an der Kirche und dem Alten Wirt vorbei in die Bahnhofstraße zu schlängeln. Auf Höhe Schulstraße wurde gewendet und zurück marschiert – so hatte jeder Zuschauer die Chance, selbst ohne Alkohol alles doppelt zu sehen.

Das lohnte sich unter anderem bei den prächtigen Kostümen, in denen einige Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Geltendorf-Kaltenberg steckten. Als Schneckenkönig und Schmetterling, Weintraube und Blumenfrau hatten sich die Hobbygärtner ausstaffiert. Der TTC Geltendorf war mit einem überdimensionalen Krankenwagen in Sachen Rettung des Ehrenamts unterwegs – kein Wunder, da der Verein selbst vor einigen Jahren aufgrund fehlender Vorstandskanidaten kurz vor dem Aus stand. Der Burschenverein aus Hausen nutzte die Gelegenheit, für sein anstehendes Jubiläum mit Fahnenweihe zu werben.

Die Hühner, die aufgrund der Vogelgrippe „unschuldig hinter Gittern“ sitzen, beschäftigten den Geltendorfer Gesangverein. Und als Gäste aus der Nachbargemeinde waren eine Fußgruppe aus Moorenweis sowie der Burschenverein Dünzelbach mit einem Hänsel-und-Gretel-Wagen dabei.

Seit Weihnachten hatten acht Ortsvereine unter Federführung der Feuerwehr an der Organisation des Faschingstrubels gearbeitet. Auch um die Bewirtung an Essensständen und im Partyzelt kümmerten sie sich. „Wir haben die Arbeit durch acht geteilt und teilen auch die Einnahmen durch acht, falls etwas übrig bleibt“, so Feuerwehrvereins-Vorsitzender Andreas Höpfl. Doch die Kosten und Auflagen seien mittlerweile so hoch, dass es den Veranstaltern die Faschingslaune zunehmend verhagelt. „Ob wir das in fünf Jahren nochmal machen, weiß ich nicht.“

Ulrike Osman

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