Zu zweit im "Haslauer" - Anekdoten aus den Anfängen 

50 Jahre Geltendorfer SPD

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Der SPD-Ortsvorstand im Jubiläumsjahr (von links): Vorsitzender Werner Tochtermann, Stellvertreter Ewald Bensch, Kassier Torsten Zech und Schriftführer Dennis Ossadnik.

Geltendorf – Sieben Mitglieder hatte die Geltendorfer SPD, als sie vor 50 Jahren gegründet wurde. Seitdem stellte sie zwei Bürgermeister und unzählige Gemeinderäte, kämpfte für viele kommunale Anliegen und wirbelte mit der Ortszeitung „Kehrbesen“ immer wieder Staub auf. Nun wurde intern ein wenig gefeiert.

In den Anfangszeiten traf man sich regelmäßig im „Haslauer“ am Bahnhof, einer Wirtschaft, die es längst nicht mehr gibt. Manchmal seien zu den Sitzungen nur zwei oder drei Leute gekommen, erzählt der amtierende Vorsitzende Werner Tochtermann. Auf dem Land hatten es die Sozialdemokraten damals halt schwer. Um die Wähler nicht zu verschrecken, trat Tochtermanns Großvater Karl – obwohl SPD-Mitglied – zunächst lieber auf einer Liste namens „Gerechtigkeit“ an. Auslöser für deren Gründung war der Wunsch nach einer fairen Abrechnung des Wasserpreises. Als Karl Tochtermann gemeinsam mit sechs weiteren Mitstreitern den SPD-Ortsverein gründete, war er bereits seit sieben Jahren Bürgermeister und sollte es noch weitere 17 Jahre bleiben. 

In den späten 1960er Jahren kämpfte die Mitglieder der Geltendorfer SPD unter anderem für die Einrichtung eines Kinderspielplatzes in der Nähe des Wasserhauses. Als mit dem Einzug der S-Bahn der Verkehr auf der Bahnhofstraße immer mehr zunahm, setzte man sich für den Bau eines Gehwegs ein. Als weitere Projekte nennt Tochtermann den Bau der Paartalhalle in Walleshausen (1984) und das Geltendorfer Bürgerhaus, das unter SPD-Bürgermeister Peter Bergmoser auf den Weg gebracht wurde. „Er war ein Glücksfall für Geltendorf“, sagt der Ortsvorsitzende rückblickend. Bergmoser saß bereits 24 Jahre im Gemeinderat, als er 1996 die Wahl knapp gewann. „Er kannte alles aus dem Effeff, sachlich war er ein hervorragender Bürgermeister.“ Gleichzeitig stand Bergmoser seit den 1970er Jahren fast 20 Jahre an der Spitze der Orts-SPD. 

Die Gemeinderatslisten waren stets auch für Nicht-Parteimitglieder offen, und meist schafften vier bis sechs Kandidaten den Sprung ins Kommunalparlament. Aktuell sind es nur drei – die Hälfte der Sitze ging 2014 verloren, nachdem der damalige SPD-Bürgermeisterkandidat wegen eines Drogenvorwurfs vor Gericht landete. „Das hat uns sehr geschadet“, bedauert Tochtermann.

Den Aktivitäten der Ortspartei tat es jedoch keinen Abbruch. Alle sechs Wochen wird in Ortsvereinssitzungen die aktuelle Gemeindepolitik diskutiert, und nach wie vor erscheint einmal im Jahr das SPD-Mitteilungsblatt „Der Kehrbesen“. „Er ist gedacht als Plattform für Bürgeranliegen und örtliche Gewerbebetriebe und als kritisches Gegenstück zum Gemeinde-Infoblatt“, wie der 53-Jährige sagt. Gerne würde man auch Beiträge von Bürgern veröffentlichen, in denen aktuelle Probleme angesprochen werden. „Aber da kommt nichts“, bedauert Tochtermann. 

Derzeit hat der Ortsverein 40 Mitglieder, in jüngerer Zeit waren einige Parteieintritte zu verzeichnen. In einer internen Feier wurde das 50-jährige Jubiläum bereits begangen. Für die Öffentlichkeit gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema Flucht, Asyl und Zuwanderung. Für die Zeit vor der Landtagswahl im Herbst ist eine Kabarettveranstaltung geplant. 

Ulrike Osman

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