"Einwandfreie" Festtage

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Die Feuerwehr Geltendorf ließ sich zur Feier ihres 125-jährigen Jubiläums etwas besonderes einfallen: Einen Wagen in der Optik des Dreschfests, das sie alle drei Jahre organisiert.

Geltendorf – Die schrillen Töne der Feuersirene, die am Sonntag durch Geltendorf schallten, hatten ausnahmsweise nichts Ungutes zu bedeuten. Sie stammten von einer historischen Drehleiter, die die Ortsfeuerwehr vor einigen Jahren aus den Beständen des Klosters St. Ottilien übernommen hat. Das ehrwürdige Gefährt rollte zwischen Fußgruppen und Trachtenkapellen durch die Dorfstraßen – als Teil des großen Festumzugs zu Ehren der Gründungsjubiläen von Feuerwehr und Heimatverein.

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 65 Jahre Heimat- und Trachtenverein – aus diesem Anlass hatten die beiden Vereine zusammen ein langes Festwochenende auf die Beine gestellt. Den Höhepunkt bildete der große Umzug am Sonntag Nachmittag, der vom Festzelt am Bürgerhaus ins Altdorf und wieder zurück führte. 1300 Teilnehmer aus 54 Vereinen marschierten mit. 

Festtage in Geltendorf

Für Musik sorgten sechs Kapellen, darunter der Spielmannszug aus Geltendorfs Partnergemeinde Schaidt in der Südpfalz. In ihren gelb-grün-beigen Landsknechtuniformen stachen die Spielleute optisch aus den bayerischen Trachten und Feuerwehruniformen hervor, auch der helle Klang der Fanfaren- und Schlaginstrumente setzte einen außergewöhnlichen Akzent. Die Schaidter Gäste hatten bereits am Vortag mit einem Standkonzert die Geltendorfer begeistert. 

Viele der teilnehmenden Vereine stammten aus dem Landkreis, einige auch aus angrenzenden Regionen. Vor allem Feuerwehrkameraden und Trachtler aus anderen Gemeinden waren zahlreich vertreten. Die vielen Kinder, die in den Reihen der Trachtenvereine mitmarschierten, zeigten, dass das Brauchtum sich um mangelnden Nachwuchs nicht zu sorgen braucht. Dazwischen liefen Abordnungen der Sportvereine und rollten Festwagen mit historischen Gerätschaften. Die freiwillige Feuerwehr Ramsach hatte eine altmodische Pumpspritze dabei und bedachte die Zuschauer am Straßenrand, sofern sie nicht schnell genug in Deckung gingen, mit einer kühlen Dusche. 

Die Geltendorfer Feuerwehr hatte einen Wagen in der Optik des Dreschfests hergerichtet, das sie alle drei Jahre organisiert. Auf dem Anhänger ließen vier Mann die Dreschflegel aufs Getreide knallen. Im Festwagen fuhren Altbürgermeister Anton Reiser, Landrat Thomas Eichinger und der Schirmherr der Veranstaltung, Staatsminister a.D. Thomas Goppel, durch die Straßen. 

Goppel hatte sich beim Stimmungsabend am Freitag extra Sympathiepunkte der Feuerwehr verdient, als er in seiner Ansprache ein schnelleres Vorgehen in Sachen Neubau des Feuerwehrhauses anmahnte. Vor Jahren hatte der damalige Kommandant Ewald Kapfhammer die Vision, das Haus im Jubiläumsjahr einzuweihen – stattdessen liegt nach jahrelangen Diskussionen noch nicht einmal eine genehmigte Planung vor. Während die Zuschauer am Straßenrand das Umzugstreiben in kurzen Hosen und Tops verfolgen konnten, schwitzten die Geltendorfer Trachtler in ihren warmen Jacken und Bundlederhosen. „Aber das ist sekundär“, versicherte Vereinsvorstand Wolfgang Kurz. Ebenso wie die Mitorganisatoren von der Feuerwehr war er froh, dass das Festwochenende reibungslos verlaufen war. „Super, einwandfrei“, so Kurz' knappe Bewertung der Festtage. 

Die Zusammenarbeit beider Vereine bei den Vorbereitungen habe wie am Schnürchen geklappt. Die Feierlichkeiten begannen am Freitag mit einem Standkonzert des Geltendorfer Blasorchesters am Maibaum, später sorgten im Festzelt „Die Hurlacher“ für Stimmung. Der Samstag gehörte einer Feuerwehrfahrzeugschau, der Abend stand im Zeichen der Rockband Härte 2010. Radio-Comedian Chris Boettcher ließ am Sonntag Abend seinem „Spieltrieb“ freien Lauf. Als Abschluss-Highlight hatte die Orts-CSU schließlich Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Rednerin für einen politischen Abend gewinnen können.

Ulrike Osman

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