Kräftig den Rotstift angesetzt

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Sparen ist auch in Geltendorf das Gebot der Stunde. Allein die Mittel für die energetische Sanierung des Rathauses wurden von 160000 auf 55000 Euro gekürzt.

Geltendorf – Der Haushalt 2013 ist unter Dach und Fach. Einstimmig hat der Gemeinderat das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von rund zwölf Millio­nen Euro verabschiedet. Knapp eine Million davon wird in Form von Krediten aufgenommen.

Im Vorfeld hatte der Finanzausschuss am Haushaltsentwurf kräftig den Rotstift angesetzt. So wurde das geplante Straßensanierungsprogramm von einer Million auf 700000 Euro zusammen gestrichen. Für die energetische Sanierung des Rathauses will man statt der ursprünglich vorgesehenen 160000 Euro nur rund 55000 Euro ausgeben. Verzichten will man hier unter anderem auf ein Wärmedämmverbundsystem für 95000 Euro und auf die Dämmung der Kellerwände von innen. „Das ist zu viel. Man kann ein Haus auch totsanieren“, merkte Josef Weiß (CSU) an.

Ganz gestrichen wurden 40000 Euro für Sanierungsmaßnahmen am alten Feuerwehrhaus. Dafür stehen 1,2 Millionen Euro für den Neubau im Haushalt. Zu einigen Posten, über die sich der Finanzausschuss nicht hatte einigen können, gab es Einzelabstimmungen im Gemeinderat. Ein Antrag von Freien Bürgern (FB), ÖDP und Grünen auf Erstellung eines Verkehrskonzepts für 30000 Euro wurde mehrheitlich abgelehnt. „Zumindest vorsorglich sollte der Ansatz im Haushalt stehen“, forderte Thomas Dietsch (FB) und erinnerte seine Ratskollegen daran, dass ein Verkehrskonzept erarbeitet werden sollte, sobald der neue Flächennutzungsplan genehmigt sei. „Es ist blauäugig zu denken, dass die Genehmigung in diesem Jahr noch kommt“, entgegnete Weiß. Auch Eckhart-Georg Miehle (SPD) fand: „Wir sollten den Haushalt nicht unnötig aufblähen.“

Die vorhandenen HQL-Straßenlampen gegen Energiesparleuchten auszutauschen, lehnte das Gremium ebenfalls mit knapper Mehrheit ab. Dies hätte 11000 Euro gekostet, sich aber innerhalb weniger Jahre amortisiert. Einig war man sich dagegen, 50000 Euro für die Planung der neuen Sporthalle in den Haushalt aufzunehmen.

Kämmerin Andrea Pleintinger zeigte sich zufrieden mit dem Zahlenwerk, vor allem, da 1,2 Millionen Euro aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführt werden können. „Das ist sehr erfreulich. So eine Zuführung hatten wir lange nicht.“ Eine Kreditaufnahme von knapp unter einer Million Euro sei ebenfalls kein schlechtes Ergebnis, „vor allem, wenn man bedenkt, dass der Haushalt 1,2 Millionen Euro für das neue Feuerwehrhaus enthält“, so die Kämmerin.

Als Fraktionssprecher der CSU äußerte Josef Weiß sich ebenfalls zuversichtlich. „Es zeigt sich, dass die erste Etappe des Feuerwehrhauses für die Gemeinde kein Problem ist.“ Da man für rund 400000 Euro Kredite tilgen werde, betrage die Nettoneuverschuldung sogar nur etwa eine halbe Million Euro. Insgesamt liegt der Schuldenstand der Gemeinde dann bei rund 6,8 Millionen Euro. „Wir haben rigoros gespart“, fasste Miehle die Einschätzung der SPD-Fraktion zusammen.

Robert Sedlmayr (ÖDP) erklärte, er freue sich vor allem über die Planungskosten für die Sporthalle. Dies sei ein Fingerzeig, dass es mit den Planungen vorangehen werde. „Jetzt ist es unsere Aufgabe, die Finanzierung von zwei großen Projekten zu stemmen.“ Er werde nicht – wie ihm kürzlich unterstellt worden war – Unterschriften gegen das Feuerwehrhaus sammeln, lege aber Wert darauf, dass auch die Sporthalle zeitnah gebaut werde.

Ulrike Osman

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