Pflegetag in Landsberg

Ein Herz wird nicht dement

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Unter dem Motto „Ein Herz wird nicht dement“ stand das „Erinnerungs-Café“ des Seniorenstifts Kaufering.

Landsberg – Es war eine gelungene Premiere: Zum ersten Aktions- und Informa- tionstag rund um das Thema stationäre Pflege sind am Sonntag über 300 Besucher ins Landsberger Sportzentrum gekommen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, bilanzierte Thomas Söldner, Leiter der Kreisseniorenheime in Greifenberg und Vilgertshofen.

Sieben Altenpflegeeinrichtungen aus den Landkreisen Landsberg und Weilheim-Schongau hatten den Tag unter dem Motto „Pflege erLEBEN – Lebensqualität erHALTEN“ gemeinsam organisiert, um Inte- ressierten einen umfassenden Überblick über das Leben im Heim zu geben. Die Schirmherrschaft hatten Landrat Thomas Eichinger und seine Weilheimer Kollegin Andrea Jochner-Weiß übernommen.

Wie sieht ein Pflegezimmer aus, wie die richtige Ernährung? Welche Beschäftigungsangebote gibt es? Wie wird mit Demenz umgegangen? Zu jedem dieser Aspekte gab es eine eigene Station, für die jeweils eine der teilnehmenden Einrichtungen letztlich verantwortlich zeichnete. Parallel zur Ausstellung im Sportzentrum liefen den ganzen Tag über gut besuchte Fachvorträge zu pflegerischen und rechtlichen Themen.

Die Organisation teilten sich die Kreisseniorenheime, das Heilig-Geist-Spital, das Seniorenstift Kaufering, die AWO Landsberg, Dießen und Peiting, das Seniorenzentrum Pichlmayr sowie das Bürgerheim Weilheim. „Der Aufwand war für jeden erträglich“, sagte Söldner. Um Selbstdarstellung ging es den Einrichtungen nicht, die Namensschilder sämtlicher Ansprechpartner trugen deshalb keinen Hinweis auf die einzelnen Heime.

Um das Thema Ernährung ging es an der Station des Heilig-Geist-Spitals. Und dazu gehört auch das richtige Geschirr, etwa Tassen mit Fuß, Brotzeitbretter mit seitlicher Begrenzung und rutschfeste Teller mit bunten Rändern, die für Menschen mit Sehbehinderung leichter zu erkennen sind. Dazu hatten Küchenleiter Hartmut Rebstock und sein Team spezielle Kost mitgebracht, etwa püriertes Brot, das auch Menschen mit Schluckbeschwerden essen können.

„Ein Herz wird nicht dement.“ Unter diesem schönen Motto stand das Erinnerungs-Café des Seniorenstifts Kaufering. Rosengeschirr auf dem Tisch, ein großes Herz an der Wand und ein Hochzeitskleid, wie es vor Jahrzehnten modern war, ließen keinen Zweifel, um welche Erinnerungen es hier ging. „Das Thema Hochzeit ist ein Schlüssel, über den man mit jedem ins Gespräch kommt“, weiß Einrichtungsleiterin Gabi Schüder. Biografie- und Erinnerungsarbeit spielen bei der Pflege Demenzkranker eine wichtige Rolle, ebenso wie Bewegung und gezielte Aktivierung, therapeutische Gespräche, Musik und Humor.

Ein komplettes Pflegezimmer hatten die Mitarbeiter des Bürgerheims in Weilheim aufgebaut: ein Pflegebett aus hellem Holz, Sofa, Sessel, Bilder an den Wänden, ein Fläschchen Pikkolo auf dem Couchtisch. Mit der Besucherresonanz zeigte sich Heimleiter Rainer Schlosser zufrieden. Einziger Wermutstropfen: Aus dem Landkreis Weilheim-Schongau hatten sich kaum Besucher auf den Weg nach Landsberg gemacht.

Weitere Stationen informierten über Beschäftigungsangebote sowie über die vielschichtigen Anforderungen an professionelle Pflege. Als Ansprechpartner für potenzielle Pflegekräfte war die Agentur für Arbeit vor Ort. Hier richtete sich das Interesse der Besucher vor allem auf die Möglichkeiten für Quereinsteiger und die Weiterqualifizierungsangebote für Altenpflegehelfer.

Dass dieser erste Pflegetag nicht der letzte bleiben wird, schien sich gegen Ende der Veranstaltung bereits abzuzeichnen. Allerdings dürfte sich für eine Neuauflage ein Standort im Landkreis Weilheim-Schongau anbieten.

Ulrike Osman

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