Neuer Anlauf:

Eine Fläche für die Windenergie

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Zwei kleine Windräder, die einer privaten Betreibergesellschaft gehören, stehen bereits auf Denklinger Flur beim Weiler Menhofen. Nun soll eine Konzentrationsfläche für Wind- kraft ausgewiesen werden.

Denklingen – In dreierlei Hinsicht war die letzte Sitzung des Denklinger Gemeinderates vor der Sommerpause eine Besonderheit. Zum einen waren alle Gemeinderäte da; zum zweiten mit Blick auf die Uhr: sind die Themen im öffentlichen Teil sonst meist in einer halben Stunde abgearbeitet, so beanspruchte dies viermal so viel Zeit. Und zum dritten das Abstimmungsverhalten: in den meisten Fällen ist das Votum einmütig, diesmal aber gab es vier Gegenstimmen. Was am Thema lag: Windkraft.

Nach der Vorstellung des „Sachlichen Teilflächennutzungsplans Windenergie“ im Rat folgte eine ausführliche Diskussion mit konträren Argumenten. Am Schluss billigten 11 der 15 Ratsmitglieder den Vorentwurf, der eine Konzentrationsfläche für Windkraft westlich von Denklingen und Dienhausen vorsieht.

Abgelehnt wurde der Vorentwurf von den Gemeinderäten Martin Steger, Stefan Müller, Max Ebner und Johannes Schelkle. Sie sind alle von der Freien Wählergemeinschaft Dienhausen. In der Diskussion gestand Steger seine „Bauchschmerzen“ darüber, dass der Teilflächennutzungsplan von den Experten des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München nicht nur vorgestellt werde, sondern dass es schon zu einem Beschluss über den Vorentwurf kommen solle.

Steger brachte das Argument des Kaltluft-Entstehungsgebietes im Staatsforst, in das man wegen des Klimaschutzes nicht eingreifen dürfe. Auf die Antwort von Marc Wißmann vom Planungsverband, dass dieses durch Windräder nicht beeinträchtigt werde, hinterfragte der Dienhauser: „Wer maßt sich diese Aussage an?“ Darüber hinaus verlangte Steger vor einer Entscheidung eine schriftliche Stellungnahme der Bayerischen Staatsforsten dazu, ob die Aussage noch Bestand habe, dass sie Windkraftanalgen auf ihrem eigenen Grund nicht zulasse, wenn die Bevölkerung in Nachbarorten dagegen sei. Steger verwies dabei auf das Ergebnis des Denklinger Bürgerentscheides.

Auf die Frage Stegers „Waren schon Investoren da?“ antwortete Bürgermeister Michael Kießling mit dem kurzen Satz: „Bei mir noch nicht“. Der Rathauschef drängte auf einen Beschluss vor der Sommerpause. „Je weiter ich das vertage, desto größer ist das Risiko, dass ein Investor kommen kann.“ Außerdem verwies der Bürgermeister darauf, dass die Bürgerinitiative gegen Windkraft beim „frühzeitigen Beteiligungsverfahren“, in dem unter anderem Träger öffentlicher Belange und Nachbargemeinden gehört werden, ihre Stellungnahme abgeben kann.

„Mit einer Verhinderungsplanung kommen wir nicht weiter“, ergänzte Kießling. Gemeinderätin Anita Gropp kommentierte: „Das ist der saure Apfel, den wir heute angeboten bekommen.“ Anton Stahl sagte: „Wir sind uns einig, dass wir die Windkraft nicht forcieren. Aber um einen Teilflächennutzungsplan werden wir nicht herumkommen.“

Große Potenzialfläche

Marc Wißmann und Oliver Prells vom Planungsverband erklärten zusammen mit Bürgermeister Kießling, wie es zu dem so genannten „Sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie“ gekommen ist. Trotz der 10 H-Regelung seien in der flächengroßen Gemeinde Denklingen mit mehr als 5600 Hektar noch Flächen vorhanden, wo ein Investor Windkraftanlagen errichten könne. Die Experten sprechen von einer „sehr großen Potenzialfläche“. Und dies, obwohl im südlichen Bereich der Gemeinde ein großes Areal ausgeschlossen wird. Grund dafür ist die Bundeswehr in Altenstadt mit der Luftlande- und Lufttransportausbildung und dem Flugverkehr.

Der Teilflächennutzungsplan Windenergie ist ein Planungsinstrument für die Gemeinde und legt nach dem Ausschluss weiterer „harter und weicher Tabuzonen“ eine Konzentrationsfläche in der Gemeinde fest, wo Anlagen errichtet werden. Damit soll einer „Umzingelung“ von Ortschaften mit Windrädern genauso vorgebeugt werden wie einer „Zerspargelung“.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause erklärte Bürgermeister Kießling zudem, dass der Zweckverband „Südallianz“, dem mehrere Gemeinden aus dem südlichen Landkreis Landsberg angehören, wohl im August aufgelöst werde. Dies sei ihm in einem Telefonat von der Regierung von Oberbayern so gesagt worden.

Johannes Jais

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