Kirsch und die 13 Enten

Gemeinde Dießen kauft wertvolles Bild von Alexander Koester

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Alexander Koesters berühmte „Liegenden Enten“ präsentiert hier stolz Bürgermeister Herbert Kirsch vor dem Weihnachtsbaum im Dießener Rathaus. Er hat das Bild für die Marktgemeinde für 18.000 Euro erworben.

Dießen – Nicht eine, sondern gleich 13 Enten gab es für Dießens Marktgemeinderäte bei der letzten Sitzung des Jahres – und das ganze für 18.000 Euro! Wobei aber nicht teurer Gaumen-, sondern exzellenter Kunstgenuss auf der Agenda stand. Bürgermeister Herbert Kirsch war es gelungen, für die Gemeinde eines der wenigen Enten-Gemälde des Künstlers Alexander Koester zu erwerben, die noch im Handel angeboten werden. In diesem Fall vom Münchner Auktionshaus Ketterer, wo das Bild „Liegende Enten – Licht und Schatten“ zur Versteigerung anstand.

Was auf den ersten Blick teuer erscheint, ist ein Schnäppchen und dazu eine hervorragende Kapitalanlage. Denn die Enten-Bilder von Alexander Koester (1864–1932) werden bis zu sechsstelligen Summen gehandelt. Da der Künstler ab 1915 viele Jahre in Dießen gelebt und gearbeitet hat und auch der Alexander-Koester-Weg in der Nähe der Seeanlagen nach ihm benannt wurde, gab es einen reellen Bezug für Helmut Kirsch, schnell zu reagieren. Als er vom Angebot beim Auktionshaus Ketterer erfuhr, holte er sich die Zustimmung der im Marktgemeinderat vertretenen Fraktionen ein und griff zu. Jetzt hat das 73 mal 55 Zentimeter große Gemälde einen Ehrenplatz im Sitzungssaal des Rathauses gefunden.

Damit ist die Kunstsammlung im Dießener Rathaus neben Bildern heimischer Maler oder den Sieger-Exponaten des jährlichen Wettbewerbs beim Töpfermarkt um ein wertvolles Stück größer geworden. Um die Sammlung auch der Dießener Bevölkerung zugänglich zu machen, plant Bürgermeister Kirsch demnächst einen „Tag der offenen Tür“.

Alexander Köster stammt aus Bergneustadt und studierte an der Karlsruher Kunstakademie. 1896 zog er mit seiner Familie nach Klausen in Südtirol, wo er im Rahmen seiner Landschaftsmalerei die Ente als Studienprojekt entdeckte. Er malte sie in unzähligen Variationen und wurde damit als „Enten-Koester“ schnell berühmt.

1915, als Klausen zum Kriegsgebiet erklärt wurde, zog Koester an den Ammersee nach Dießen und richtete sich ein Atelier ein. Neben seinen Uferlandschaften und Blumenstillleben nahm

das Entenmotiv bis zu seinem Tod den größten Stellenwert in seinem künstlerischen Schaffen ein. Mit seiner Pinselführung schaffte er es wie kein anderer, das Federkleid der Tiere ausgesprochen naturgetreu abzubilden.

Bei der Weltausstellung 1904 im amerikanischen St. Louis bekam er sogar eine Goldmedaille für sein Gemälde „Enten“ und Prinzregent Luitpold von Bayern ehrte ihn ebenfalls mit einer Goldmedaille. Koesters Enten-Bilder waren besonders beim Adel beliebt und hängen heute noch in vielen Schlössern der englischen Aristokratie.

Auf dem Kunstmarkt sind Kösters Enten-Gemälde bis heute sehr gefragt, wobei die Faustregel gilt: Je mehr Enten auf dem Bild, desto teurer. Bei gleich 13 „Liegenden Enten“ im Dießener Rathaus kann man also wirklich von eine Schnäppchen sprechen.

Dieter Roettig

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