Segler werden zu Wildcampern

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Fragwürdige Campingplatzidylle auf dem Vereinsgelände der Seglergemeinschaft Augsburg.

Dießen – Mit einer förmlichen Anfrage der Gemeinde Dießen zur derzeitigen Nutzung des Vereinsgeländes der Seglergemeinschaft Augsburg (SGA) setzt sich aktuell das Landratsamt Landsberg auseinander. Das Areal am Ammersee in St. Alban wird derzeit als Campingplatz für Vereinmitglieder genutzt.

Obwohl auf dem Gelände neben dem Vereinsheim nur die Lagerung einer beschränkten Anzahl von Booten für den Wassersport gestattet ist, wird dort gecampt. „Das müssen wir als zuständige Baubehörde natürlich prüfen“, betont Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Anfrage.

Gut ein Dutzend große Zelte und stattliche Wohnmobile nahmen in der letzten Woche das Vereinsgelände nördlich des Strandbadparkplatzes in Beschlag. „Das ist auch den Bürgern in Dießen aufgefallen“, erklärt Bürgermeister Herbert Kirsch. „Im Rathaus sind aktuelle Fotos der Situation mit der Bitte eingegangen, dass wir uns darum kümmern“.

Am liebsten hätten die Dießener das Areal nämlich zur eigenen Nutzung. Wie mehrfach berichtet plante die Gemeinde dort einen freien Seezugang und Baurecht für ein Bootshaus für das Ammersee Gymnasium. Deshalb befindet man sich derzeit im Rechtsstreit mit der Grundstücksverwalterin, der Stadt Augsburg, die die Planungshoheit der Gemeinde nicht unwidersprochen akzeptieren und auch die Interessen der Segler stärker berücksichtigt haben möchte.

Am Zaun, der die Grenze zwischen dem offiziellen Campingplatz St. Alban und dem Vereinsgelände der Segler markiert, hängt ein Transparent mit der Aufschrift: „Zutritt nur für Mitglieder“. Trotzdem sieht Kirsch einen Hoffnungsschimmer am Horizont: „Derzeit werden wieder Gespräche mit der Stadt Augsburg und mit der Seglergemeinschaft geführt“, schließlich wolle die Gemeinde den Konflikt um das begehrte Seegrundstück lösen, und aktuell schließt Kirsch eine Einigung nicht mehr aus. 

Mittlerweile habe die SGA der Gemeinde sogar schriftlich Planungsvorschläge unterbreitet. Trotzdem stärke es die Verhandlungsposition der Gemeinde nicht, wenn „die Segler dort machen können was sie wollen. Da muss sich jetzt der Landkreis drum kümmern“, so Kirsch. Ausweichmöglichkeiten bieten sich für die Wildcamper auf dem benachbarten Campingplatz St. Alban wo sich mittlerweile die Reihen lichten.

Bis zu einem Verhandlungsergebnis wird allerdings noch Zeit vergehen. Auch das naturschutzfachliche Gutachten für die südlich angrenzende „Rossschwemme“, die sich die Gemeinde als Alternativstandort für den ASG-Bootssteg ausgeguckt hat, wird laut Kirsch noch einige Zeit in Anspruch nehmen: „Vorher müssen Flora und Fauna vor Ort in allen Jahreszeiten beobachtet werden“.

Ursula Nagl

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