Zuschlag vom Bundesverkehrsministerium:

HyLand: Fuchstal ist eine der neun Wasserstoff-Modellregionen

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Auch die Frage der Logistik soll im Rahmen des Projekts „HyLand“ des Bundesverkehrsministeriums betrachtet werden.

Fuchstal – „Wir freuen uns sakrisch, dass wir hier dabei sind!“ Mit diesen Worten kommentierte VG-Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid die Nachricht, dass die Gemeinde Fuchstal zusammen mit dem Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren eine der bundesweit neun Modellregionen für Wasserstoff wird. Dabei handelt es sich um ein aktuelles Förderprojekt des Bundesverkehrsministeriums.

In den nächsten zwei Jahren soll untersucht werden, welche Potenziale und Einsatzbereiche Wasserstoff im Ostallgäu, in Kaufbeuren und im Fuchstal hat. Dazu werden in enger Abstimmung mit den Gemeinden, mit der Wirtschaft, mit lokalen Energieversorgern und mit den Bürgern Konzepte entwickelt.

Gerhard Schmid bewertet die Aufnahme in die Modellregion als weiteren wichtigen Schritt für die Gemeinde auf dem langen Weg vielfältiger Aktivitäten zur Energiewende. Immerhin sei Fuchstal mit Windkraft, Solar­energie, Biogas und Fernwärme bereits Klimaschutz-Modellkommune, fügt er hinzu. Nun müsse abgeklärt werden, ob bei Themen wie Fuhrpark, Wasserstoff-Tankstelle oder bei einer Zusammenarbeit mit Unternehmen was vorangebracht werden könne.

Besonders stellt der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft aber heraus, dass die Aufnahme in die Modellregion Wasserstoff nichts zu tun habe mit dem Projekt des Wärmetopfs und der Drei-Megawatt-Batterie, wo Strom aus den vier Wind­rädern im Kingholz gespeichert werden könne. Es handele sich um zwei verschiedene Förderprogramme.

Der Wärmetopf und der groß dimensionierte Batteriespeicher, die bis zum Jahr 2021 verwirklicht werden sollen, kosten gut fünf Millionen Euro und werden über das Bundesumweltministerium mit 3,8 Millionen Euro finanziell unterstützt. Die Untersuchungen zur Wasserstoffnutzung werden dagegen über das Bundesverkehrsministerium angeschoben.

Fuchstal hatte sich im Sommer für die Aufnahme in eine Modellregion Wasserstoff beworben. Nun bildet die 4.000-Einwohner-Gemeinde landkreisübergreifend eine große Einheit mit dem Ostallgäu und mit der kreisfreien Stadt Kaufbeuren.

Alternative Antriebe

Das Bundesverkehrsministerium hat zur Förderung alternativer Verkehrsantriebe die Regionenförderung „HyLand“ ins Leben gerufen. Sie ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und soll dazu beitragen, Wasserstoff als Energieträger im Verkehrssektor wettbewerbsfähig zu machen. Dazu sollen regionale Synergien genutzt werden.

Kaufbeuren, Ostallgäu sowie Fuchstal haben sich in einem gemeinsamen Antrag um die Förderung durch das Bundesverkehrsministerium beworben. Insgesamt sind dort 138 Interessensbekundungen eingegangen. Nun hat der Antrag ebenso wie bundesweit acht andere den Zuschlag bekommen, informiert CSU-Bundestags­abgeordnete Stephan Stracke aus Kaufbeuren. Er habe sich bei Minister Andreas Scheuer dafür eingesetzt, dass „unsere Region den Förderzuschlag erhält“.

Das Projekt „HyLand“ des Ministeriums ist ein auf die Bedürfnisse der Regionen zugeschnittener Ansatz. Er umfasst alle Stufen von der Analyse bis hin zur konkreten Umsetzung. In der ersten Stufe werden Regionen durch ganz individuelle Beratung befähigt, die Potenziale von Wasserstoff in regionalen Wertschöpfungsketten zu identifizieren – von der Wasserstoff­erzeugung über die Speicherung, die Logistik bis hin zu Wasserstoffanwendungen mit dem Hauptaugenmerk auf den Verkehrsbereich.

Der Einsatz von Wasserstoff müsse ganzheitlich betrachtet werden. Es gehe darum, herauszufinden, ob Wasserstoff in der Region zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden könne und ob es genügend Interessenten für den Einsatz gebe. „Beispielhaft seien hier die Logistik, der öffentliche Personennahverkehr und die private Mobilität“, betont der Abgeordnete. Als einen wichtigen Einsatzbereich nennt Stracke den Wasserstoffzug, den auch Ostallgäus Land­rätin Maria Rita Zinnecker regelmäßig in den Verkehrsdialogen einfordert. Der Wasserstoffzug könne bestens geeignet sein, die nicht mehr zukunftsfähigen Dieselloks abzulösen. Voraussetzung hierfür sei die Verfügbarkeit von Wasserstoff in der Region.

Die Ostallgäuer Landkreischefin sagt auf Nachfrage des KREISBOTEN, Wasserstoff sei gut geeignet, um die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr miteinander zu verbinden. Dies müsse forciert werden, damit die Energiewende gelinge. Potenziale für Wasserstoff sieht die Zinnecker auch in dessen stofflichen Nutzung, zum Beispiel bei Produktionsprozessen in Unternehmen.

Johannes Jais

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