Wer spart, muss auch sanieren

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Die Fensterstöcke des Forsthauses kann man mit dem Finger durchbohren.

Kaufering – Der Wille zum Sparen mag wohl vorhanden sein, an einigen größeren Sanierungsmaßnahmen kommt man aber nicht vorbei – der Zustand der Gebäude ist zu schlecht. 330000 Euro etwa stehen für die Hallendecke der Sporthalle an der Bayernstraße im Haushaltsentwurf 2013. 

„Das Thema Sporthalle steht bei mir ganz oben“, machte Hermann Bader von der Bauverwaltung bei der Vorstellung deutlich, „das kann man nicht mehr schieben, da verweigere ich mich.“ Ende der 90er-Jahre ist eine Dämmung in der Halle angebracht worden und paradoxerweise rächt sich das jetzt offen­bar. „Das war wohl nicht richtig anzuschließen“ erläuterte Bader, „so ist das eigentlich ungeeignet“. Die Folge: In der Stahl- Holz-Konstruktion sammelt sich die feuchte Hallenluft, das Metall rostet „und das ist wieder mehr geworden“, wie er bei einer Kontrolle vor wenigen Wochen festgestellt hat.

Bei der genannten Summe wird es jedoch aller Voraussicht nach nicht bleiben. Auch die Sicherheitsbeleuchtung muss erneuert werden, laut Bader ist sie „40 Jahre alt und in der jetzigen Form schon seit 1978 nicht mehr zulässig.“ Mindestens zwei Stunden müssten die Lampen bei einem Stromausfall brennen, „das geben die Akkus gar nicht mehr her.“ Für die notwendigen Arbeiten veranschlagt die Verwaltung weitere 100000 Euro. Bader machte den Marktgemeinderäten auch deutlich, dass an dieser Maßnahme nur zu rütteln sei, wenn man auf Veranstaltungen in der Halle künftig verzichtet. „Wenn das Geld nicht da ist, muss man sich überlegen, wo man mit der Halle hinwill und ob das künftig nur noch eine Sporthalle sein soll.“

Ebenfalls noch gar nicht im Haushalt veranschlagt sind die erheblichen Summen, die im Kindergarten in der Hessenstraße auf die Marktgemeinde zukommen. Die Bausubstanz macht dort schon länger Sorgen, jetzt wird die Lage aber richtig ernst. „Die schräge Süd-West-Fassade ist einfach ein Problem“, sagt Bader. „Da hat es wieder massiv hereingeregnet, eine Gruppe stand komplett unter Wasser und das Parkett löst sich auf.“ Auch die Substanz sei schon angegeriffen: „Eine Wand wandert bereits, wir brauchen einen Gut­achter, der uns sagt, was dort jetzt geschehen muss.“

Ein Irrsinnsbrocken

Eine erste Schätzung für die Sanierungs- und Umbaukosten gab Bader nur vorsichtig ab: „Das kann uns durchaus mit 100000 bis 200000 Euro treffen.“ Ein „Irrsinnsbrocken, der nicht im Haushalt steht“, wie er selbst meinte, „aber wir werden an den Punkt kommen, an dem wir das nicht mehr schieben können.“ Da man an dieser Stelle nicht zum ersten Mal Schwierigkeiten hat, müsse man diesen Teil der Fassade in der bisherigen Form „eigentlich komplett infrage stellen.“

Fast genauso dringend, aber immerhin schon fest eingeplant und nicht ganz so teuer sind die Arbeiten am ehemaligen Forsthaus. Dort sind heute Vereine untergebracht. Auch verdeutlichte der Hochbau-Fach­mann, dass es angesichts leerer Kassen nicht sinnvoll wäre, die Maßnahmen zu schieben: Die Fenster auf der Westseite seien inzwischen so kaputt, dass „man mit dem Finger durchbohren kann“. Die Ursache sei unklar, da die Fenster „nicht alt“ seien. Wenn man allerdings für 15000 Euro die Fenster erneuere, sollte im selben Zug auch die Westfassade eine Wärmedämmung erhalten, da bisher in jedem Winter alle Spül­- kästen im Forsthaus einfrieren. Bader wies auch darauf hin, dass man hier durchaus sparsam vorgehe. „Die Dämmung der Decke beispielsweise wird von den Vereinen in Eigenarbeit gemacht.“ Christoph Kruse

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