Höchste Weihen für den Pfarrhof

Denkmalschutzmedaille für Sanierung des Alten Pfarrhofs

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Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger präsentiert stolz die Denkmalschutzmedaille, die die Gemeinde für die Sanierung des Alten Pfarrhofs bekommen hat.

Kinsau – Die Mühen haben sich gelohnt: Nun wurde die Gemeinde Kinsau hochoffiziell für die Sanierung des Alten Pfarrhofs mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet: der höchsten denkmalpflegerischen Auszeichnung im Land.

Genau hundert Vorschläge wurden gemacht, aber nur 25 Projekte wurden mit dem begehrten Preis geehrt: Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zeichnet jährlich nur die gelungensten Denkmalsanierungen in Bayern aus. Zu diesem erlesenen Kreis gehört 2019 auch die Lechraingemeinde Kinsau, die mit viel Anpacken und Zusammenhelfen den Alten Pfarrhof zu einem repräsentativen Rathaus und Bürgerhaus machte.

1,25 Millionen Euro kostete die Renovierung, von den das Dorf einen nicht unbeträchtlichen Teil aus Fördermittel und Stiftungen deckte – auch das ist eine Kunst für sich.

Zu der Feierstunde im Landesamt für Denkmalpflege, das in der respektablen Alten Münze in München residiert, waren unter den 25 Preisträgern Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger, Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem, ihre Mitarbeiterin Carmen Jacobs sowie das Architektenteam von Plan 3 (Matthias Schamper, Gabriele Anderl und Fritz Weinberger) vertreten.

„Eine schöne Veranstaltung mit Form und Stil“, da ist Dollinger immer noch sehr angetan. Mit einem Beamer wurden Impressionen von Urzustand, Sanierung und Vollendung der verschiedenen Objekte gezeigt. Zur Verleihung waren Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Generalkonservator Mathias Pfeil gekommen – schließlich ist die Denkmalschutzmedaille eine hochrangige Anerkennung für all jene, die historische Bausubstanz erhalten und so zur bayerischen Kultur beitragen.

Die Medaille selbst ist eine gewichtige Münze mit fünf Zentimetern Durchmesser, dazu gab es eine Urkunde. Generalkonservator Pfeil erzählte als kleine Anekdote, so Dollinger, dass er früher gern den Ausdruck „Oscar“ bei Preisverleihungen verwendete – etwa „Amateurfilm-Oscar“: um die hohe Bedeutung eines Preises zu betonen. Bis er schließlich von der Oscar-Academy angeschrieben wurde mit dem Hinweis, dass der Name geschützt sei. „Darum nennen wir die Medaille jetzt einfach den ‚Ludwig der Denkmalpflege’ “, so Pfeil. Das passt: Auf der einen Seite ist nämlich das Konterfei von König Ludwig I. geprägt, mit der Inschrift „Begründer der Denkmalpflege“.

Geehrt wurden in diesem Jahr aus der Region auch Klaus Schmid für die Instandsetzung seines Schwangauer Mittertennhaus in Halblech und Michael Franz sen. für seinen Einödhof beim Eberl in Peißenberg – beide wurden ebenfalls bei Planung und Umbau betreut von den Plan3-Architekten aus Schongau.

Klaus Mergel

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