Von der Gemeinde im Stich gelassen?

Eigentlich geht es dem VfL Denklingen gut. Der Sportverein beheimatet insgesamt 915 Mitglieder und ist damit der viertgrößte Club im Landkreis. Auf dem Bankkonto hat der Verein für Leibesübungen außerdem derzeit knapp 73000 Euro auf der Haben-Seite. Doch der Schein trügt – im Innern brodelt es bei den Lechrainern.

Der Grund ist der vom VfL geplante Neubau eines Sportheimes. Der Verein fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen. Und das bekam Bürgermeisterin Viktoria Horber auf der Jahreshauptversammlung am letzten Samstag deutlich zu spüren. „Wir wurden nie von der Gemeinde gehört und durften unser Projekt nie vorstellen“, beklagte sich zum Beispiel der 1. Vorsitzende Heiko Gast. Schatzmeister Peter Gleich griff sogar noch zu einer drastischeren Wortwahl. „Zweimal wollten wir bei einem runden Tisch unsere Finanzierung vorstellen, zweimal wurden wir vertröstet. Ich fühle mich richtig verarscht“. Andere VfL-Mitglieder sprachen von einer Hinhalte-Taktik der Gemeinde, zumal der Wunsch für ein neues Sportheim zum ersten Mal bereits im April 2007 geäußert wurde. Tatsächlich läuft dem Verein die Zeit davon. Zwei Jahre soll das Anfang der 70er Jahre gebaute Gebäude noch nutzbar sein. Eine Sanierung kommt nicht mehr in Frage. Auf der anderen Seite kann der Sportclub den geplanten Neubau nicht alleine stemmen. Peter Gleich rechnete vor, dass ein Neubau rund 600000 Euro kostet. Zieht man nun alle Fördergelder ab, dann bleibt dem Verein eine Finanzierungslücke von 230000 Euro. Und diese Summe ist auch der Grund, warum die VfL-Mitglieder der Bürgermeisterin derzeit auch böse sind, denn die Gemeinde scheint nicht bereit den Sportlern auch nur einen Cent mehr zu geben. „Wir haben im Gemeinderat einstimmig Richtlinien für die Förderung von Vereinen verabschiedet“, erklärt Viktoria Horber. Demnach bekommt jeder das gleiche, und zwar 20 Prozent für die sportlich genutzten Flächen. Viel zu wenig findet etwa Helmut Maier, der die ersten Pläne entworfen hat. „Die Gemeinde muss sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst werden, schließlich sind im Verein mehr als 300 Kinder.“ Gemeinderätin Gabriele Gayer hielt außerdem dagegen, dass für die Grundlage weiterer Entscheidung „ein konkreter Plan fehlt“. Den will der VfL Denklingen aber erst vorlegen, wenn die Finanzierung geklärt ist. Noch einmal reden Mehr als eine Stunde lang dauerte die Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern und den Gemeindevertretern. Zum Ende hin ließ wenigstens Regina Wölfl noch verlauten, dass „man noch einmal reden“ müsse und Änderungen an den Förderrichtlinien der Gemeinde möglich sein sollten – ein Versprechen, das sich Viktoria Horber nicht abringen ließ. Und Vorstand Heiko Gast erklärte, dass „wir uns nun wieder unsere Gedanken machen müssen“.

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