Ein Platz für 112 Urnen

Gemeinde Utting eröffnet Baumbestattungsanlage 

+
Steinmetz Wolfgang Ludwig erläutert die Gravurvorschriften der Granitplatten auf der neuen Baumbestattungsanlage in Utting. Seinen Ausführungen lauschen Bürgermeister Josef Lutzenberger, Gärtner Josef Streicher, Claudia Breier vom Standesamt und Landschaftsgärtnerin Johanna Vogl (von links).

Utting – Immer mehr Menschen entscheiden sich für das Verbrennen ihrer sterblichen Überreste und einer Urnenbestattung unter einem Baum. Die Gemeinde Utting folgte diesem Trend und dem Wunsch vieler Bürger nach dieser „pflegeleichten“ Bestattungsform. Jetzt wurde die neue Anlage mit maximal 122 Grabstellen offiziell ihrer Bestimmung übergeben, obwohl hier schon drei Urnengräber belegt sind.

Nachdem auf dem Uttinger Friedhof bei der Kirche Mariä Heimsuchung die Plätze an der Urnenmauer langsam zur Neige gingen, die Nachfrage aber stieg, entschied sich der Gemeinderat 2017 für die Errichtung einer neuen naturnahen Urnenruhegemeinschaft. Beweggrund für den Trend ist wohl, dass hier keine Grabpflege anfällt, der Verstorbene aber trotzdem unter einem Baum seine letzte Ruhestätte findet.

Bei der Standortsuche auf dem Friedhof konnte man laut Claudia Breier vom Uttinger Standesamt nicht auf einen der bestehenden Bäume zurückgreifen. Die Gefahr einer Wurzelverletzung bei der Lochgrabung sei zu groß gewesen. Also entschied man sich für eine Freifläche, legte einen Rasen an und pflanzte mittig eine Winterlinde. Deren Vorteil ist einerseits die hochgewölbte Krone, die die Urnengräber nicht verdeckt. Andererseits kann so eine Linde bis zu 40 Meter hoch wachsen und tausend Jahre alt werden.

Die neue Baumbestattungsanlage ist aber nur für einen geschätzten Bedarf von zehn Jahren ausgelegt. Danach kann sie erweitert werden oder man errichtet eine weitere Anlage. Bei den Kosten für die Baumbestattungsanlage blieb man übrigens im Rahmen der veransschlagten 30.000 Euro.

Bürgermeister Josef Lutzenberger klärte auf, dass es sich hier nicht um eine anonyme Bestattungsform handelt. Auf den runden Abdeckplatten aus Berbinger Granit kann und soll eine Gravurbeschriftung nach Vorgabe der Friedhofssatzung erfolgen.

Die neuen Urnengräber sind vorzugsweise für Uttinger Bürger reserviert. In Ausnahmefällen werden aber auch Auswärtige zugelassen, beispielsweise enge Angehörige von Uttingern. Allerdings sind nur Urnen aus verrottbarer Maisstärke erlaubt.

Da die gärtnerische Pflege der Anlage wie Rasenmähen, Laubentfernung, Baumpflege und sonstige Gartenarbeiten von der Gemeinde Utting vorgenommen wird, dürfen auf den Urnen-Abdeckplatten weder Grabschmuck noch Grablichter abgelegt werden.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Erstes Wochenende des "Landsberger Sommers" ist Erfolg
Erstes Wochenende des "Landsberger Sommers" ist Erfolg
"Kino Open Air" heuer noch besser besucht als im Jahr zuvor
"Kino Open Air" heuer noch besser besucht als im Jahr zuvor
Interessante Vorschläge im Schondorfer "Bürger-Budget"
Interessante Vorschläge im Schondorfer "Bürger-Budget"

Kommentare