Eigenheime statt Jugendtreff

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Wo vor kurzem noch das Uttinger Jugendhaus stand, stehen jetzt drei attraktive Baugrundstücke zum Verkauf. Die Gemeinde benötigt das Geld für ihr Wohnbauprojekt auf dem Schmucker-Gelände.

Utting – Ein gewaltiges Finanzierungspaket muss die Gemeinde Utting mit der geplanten Bebauung des Schmucker-Geländes stemmen (der KREISBOTE berichtete). Die Geschossmietwohnungen für Bevölkerungsgruppen mit mittlerem und niedrigem Einkommen werden zwar mit 30 Prozent Förderung und 60 Prozent zinsgünstigem Darlehen realisiert, trotzdem müssen zehn Prozent Eigenkapital erbracht werden. Dafür trennt sich die Gemeinde jetzt von drei „Sahne-Grundstücken“ in Seeufernähe.

Dazu musste das Jugendhaus in der Dyckerhoffstraße abgerissen werden. Nicht mal schweren Herzens, da es in letzter Zeit kaum noch genutzt wurde und einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck machte. Somit stehen jetzt drei Grundstücke zum Verkauf mit 520, 469 und 603 Quadratmetern. Sie sind erschlossen und laut „Bebauungsplan Dyckerhoffgelände“ sofort bebaubar mit je einer Doppelhaushälfte und einem Einfamilienhaus.

Die Gemeindeverwaltung Utting hat die drei Grundstücke in einer Internet-Immobilienbörse eingestellt und wird sie im Bieterverfahren gegen Höchstgebot verkaufen. Nach dem Bodenrichtwert 2014 für die Gesamtgemeinde Utting mit 600 Euro/Quadratmeter würden 955.200 Euro in den Gemeindesäckel fließen. Die Spezialisten der Internetbörse taxieren den Quadratmeter Baugrund in Utting allerdings auf derzeit 1.141 Euro, was einen Erlös von 1.817.061 Euro brächte. Wie auch immer, das Geld wird dringend benötigt für die Schaffung von günstigem Wohnraum im Karree Landsberger-, Schondorfer- und Hechenwanger Straße.

Dass dafür das Jugendhaus der Abrissbirne geopfert wurde, schmerzt die Jugendreferenten im Gemeinderat. Patrick Schneider (GAL) und Helmut Schiller (SPD) hätten mit dem Abbruch gerne gewartet bis eine Alternative gefunden ist. Man hatte zwischendurch überlegt, die frühere Diskothek „Pulverfass“ im Keller des Seefelder Hofs zum neuen Jugendtreff zu machen. Aber der fensterlose Gewölbekeller erwies sich nach einer Begehung des Gemeinderats als für diesen Zweck nicht nutzbar.

Bürgermeister Josef Lutzenberger betonte bei der Bürgerversammlung in Holzhausen ausdrücklich, dass der in die Jahre gekommene Jugendtreff kaum noch genutzt wurde. In Zeiten von Computerspielen und Smartphones habe sich das Freizeitverhalten der Heranwachsenden grundlegend geändert. Wer allerdings Lust auf Gesellschaft mit anderen Jugendlichen habe, könne jederzeit den Jugendtreff in der Schondorfer Bahnhofstraße nutzen. Mit der Ammerseebahn sei man in wenigen Minuten dort. Die Gemeinde Utting habe das Thema Jugendhaus aber nicht ad acta gelegt. Man bemühe sich weiter, zeitnah neue Räumlichkeiten zu finden.

Dieter Roettig

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