Die Energiewende kommt

Kein "Wildwuchs an Windrädern"

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Wenn der geplante Windpark der Gemeinden Denklingen und Fuchstal realisiert ist, könnte die Landschaft bei Asch durch die vielen Windräder ähnlich aussehen, wie Sebastian Jahn es bereits im Animationsfilm seiner Altenstadter Firma ”BSEairpix“ darstellt.

Fuchstal/Denklingen – Der Informationsbedarf in Sachen Windkraft ist groß: Dies hat die Info-Veranstaltung der Gemeinden Denklingen und Fuchstal gezeigt. Trotz widriger Straßenverhältnisse war die Fuchstalhalle voll besetzt.

Neben den Bürgern aus Denklingen, Fuchstal und der Umgebung waren auch Inte­ressierte aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und dem Ostallgäu gekommen, um die Vorträge der Referenten anzuhören, welche das Thema Windkraft im Allgemeinen und das geplante Projekt in von verschiedenen Seiten beleuchteten. 

Vorreiter in Sachen Energiewende

Dabei wurde festgehalten: Die Flächenplanung, wie sie jetzt in Denklingen/Fuchstal realisiert wird, könne den „Wildwuchs an Windrädern“ verhindern, und zudem sei das auserwählte Waldgebiet gut geeignet – zum einen wegen des sehr großen Abstands zur Wohnbebauung und aufgrund der Besitzverhältnisse (Bayerische Staatsforsten), zum anderen befürwortet auch der Bund Naturschutz die Planungen auf dieser Fläche. Die abschließende Fragerunde verlief trotz der Brisanz des Themas ziemlich friedlich. Auf die Nachfrage, warum gerade Denklingen und Fuchstal so viele Windräder auf einmal bräuchten, wohingegen anderorts immer nur zwei oder drei stünden, betonte Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg: „Die Zahl von 42 Windrädern ist lediglich die höchstmögliche Zahl. Wie viele tatsächlich kommen werden, wird sich im Rahmen der Prüfung erst noch herausstellen.“ Man wisse auch noch nicht, wo genau Anlagen aufgestellt werden könnten. Fakt ist, wie Denklingens Bürgermeisterin Viktoria Horber erläuterte: Erst müsse man ins Verfahren einsteigen, und erst dann würden die Windmessungen erfolgen. 

Damit kann man leben 

Zur Frage nach dem Geräuschpegel, den die Windräder verursachen würden, teilte Dr. Franz Dirnberger vom Bayerischen Gemeindetag mit, dass hier die gesetzlich festgesetzten Grenzwerte eingehalten werden müssten. Entscheidend seien diesbezüglich die Rotorblätter, informierte Referent Anton Paulus von der P+M Wind­- spirit GmbH. Falls es sich im Nachhinein herausstellen würde, dass die Anlagen zu laut wären, müssten sie nachts den Betrieb reduzieren. Ein Besucher, der selbst in der Nähe von elf Anlagen wohnt, berichtete: „Man hört die Anlagen zwar manchmal sehr gut, aber meist nur ein bis zwei Stunden lang. Aber damit können bei uns alle leben.“ Die Stromleitungen würden von den Anlagen unterirdisch weggehen, teilte Karg auf Nachfrage mit. Ein anderer Zuhörer wollte wissen, ob es in der Region denn überhaupt genügend Bedarf für den produzierten Strom gebe. Thomas Frey vom Bund Naturschutz erläuterte: „Wenn man die Energiewende will, muss im länd­- lichen Bereich mehr produziert werden – denn in den Städten kann nicht so viel erzeugt werden, wie dort nötig ist.“ Paulus ergänzte, dass gerade der Ballungsraum München viel Strom benötige. Aus Sicht des Bund Naturschutzes sei das vorgesehene Waldgebiet auf Fuchstaler und Denklinger Flur geeignet, so Frey. Lediglich ein paar Bereiche im Nord-Westen sollten seiner Ansicht nach für den Vogel­- schutz und zum Schutz älterer Wälder ausgespart werden. Eine Bündelung von Windkraft, wie in Denklingen/Fuchstal geplant, sei aus Landschaftsschutzgründen sinnvoll. Eine Besucherin meinte, es müsste eine „Entschädigung“ (etwa in Form von billigerem Strom) für die Bürger aus Denklingen und Fuchstal geben, da nur dort Windräder aufgestellt würden, und in Apfeldorf, Kinsau, Reichling, Rott und Dießen keine. Karg hielt dagegen: „Wenn wir keinen Flächennutzungsplan machen, wird die ganze Bandbreite zwischen Landsberg und Schongau verspargelt.“ Horber erläuterte, dass Denklingen sowieso von der Größe her ungefähr die gleiche Fläche ausweisen hätte müssen, wenn die Gemeinde keine Kooperation eingegangen wäre. Denn die Gemeinde habe von Haus aus sehr viel Fläche zur Verfügung, wo Windkraft möglich wäre, und die Gemeinde dürfe ja keine „Verhinderungsplanung“ betreiben. Die Flächennutzungsplanung in Denkl-ingen sei entstanden, nachdem ein Projektant auf die Gemeinde zugekommen und ohne Rücksicht auf die Landschaft dort Windräder geplant habe. Wie Dirnberger zuvor in seinem Vortrag erläutert hatte, hätte die Gemeinde ohne Flächennutzungsplan dagegen nichts unternehmen können, da Windkraftanlagen privilegiert seien. Aus den Besucherreihen kam auch der Wunsch, die Gemeinden mögen den Animationsfilm der Altenstadter Firma „BSEairpix“ von Sebastian Jahn, in den die geplanten Windräder in die Landschaft hinein projiziert wurden, auf ihren Internetseiten veröffentlichen. Der Film ist bereits auch auf Youtube unter „Windparkanimation Denklingen-Fuchstal“ zu sehen.  Manuela Schmid

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