Bürgerbeteiligung Seeanlagen

"Dießener Kübel" und andere Ideen

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Der Bürgerinformationstag – hier beim Themenspaziergang durch die Seeanlage – stieß bei vielen Bürgern auf Interesse. Im Hintergrund die „Rialtobrücke“ über den Mühlbach, die durch eine neue Brücke ersetzt werden soll.

Dießen – „Bei 200 bis 300 Teilnehmern haben wir 200 bis 300 Meinungen“, hat das mit einem Augenzwinkern versehene Fazit von Bürgermeister Herbert Kirsch zum gut besuchten Bürgerinformationstag zur Neugestaltung der Seeanlagen gelautet. Von morgens bis zum späten Nachmittag studierten am Samstag zahlreiche Dießener die Präsentation der Entwurfsplanung, hörten Fachvorträge, waren im Gespräch mit den Planern, nahmen am Themenspaziergang durch die Seeanlagen teil, tauschten sich aus und pinnten Vorschläge und Ideen an die dafür bereitstehenden Tafeln.

Bereits am morgigen Mittwoch will sich die Bürgergruppe, die die aufwändige Präsentation vorbereitet hatte, erneut treffen, um die am Samstag eingebrachten Ideen zu bündeln und „zu verschlanken“, so Helga von Winter, Moderatorin der Bürgerbeteiligung. Nach Ostern liege das Ergebnis dann dem Gemeinderat vor.

Zahlreiche Vorschläge beflügelten die Fantasie. Zum Beispiel die Idee eines kleinen Amphitheaters an der Böschung, die neben dem Baufenster für den neuen Kiosk zum Bahndamm hinaufführt. Zur Gestaltung des Kiosks wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Die Gemeinde rechnet mit zirka 100 Einsendungen.

Grillplatz und mehr

Interessant auch der Vorschlag, die neue Ufermauer mit einem „Dießener Kübel“ – gemeint war wohl ein Keramikgefäß – anstatt mit Beton- oder Granitpflanztrögen zu zieren. Gewünscht wurden unter anderem auch ein Wasserspielplatz am Bach, ein Grillplatz, ein Schwimmsteg, eine LED-Beleuchtung für die Bahnunterführung und deren künstlerische Verschönerung und vieles mehr.

Landschaftsarchitektin Ursula Hochrein diskutierte mit Dießens Bürgern unter anderem die Grünplanung in den Seeanlagen.

Eine Vielzahl der Bürgerkommentare bezog sich jedoch auf Nutzung und Gestaltung der Brücken in den Seeanlagen und auf die Frage nach einem „Shared Space“, also einem gemeinsamen Wegenetz für Radler und Fußgänger als Alternative zur getrennten Wegeführung. Unterschiedliche Vorstellungen gab es insbesondere mit Blick auf die beiden Brücken. Auf jene, die sich unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke parallel zum Bahngleis über die Unterführung spannt, und auf die so genannte Rialtobrücke über den Mühlbach, die durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt werden soll. Während sich zahlreiche Teilnehmer dafür aussprachen, die Brücke über die Bahnunterführung zu sanieren, um diese als Radweg, als Aussichtspunkt und als Zufahrt für Bauhof- und Rettungsfahrzeuge zu nutzen, wünschen sich andere den Abriss des maroden Bauwerks, um die Unterführung als Ortsanbindung zwischen Seeanlage und Mühlstraße aufzuweiten.

Grundsätzlich hinterfragt wurde die Maßnahme „Rialtobrücke“, die durch eine neue, mindestens vier Meter breite Brücke ersetzt werden soll. Dies, so die Planer, sei aber aufgrund des baulichen Zustands der schmalen, elegant geschwungenen Brücke und aufgrund der Vorgaben zur Barrierefreiheit unumgänglich. Die „Brückendiskussion“, räumte Bürgermeister Herbert Kirsch ein, „muss man nochmals erneut aufgreifen.“ Außerdem sagte er zu, prüfen zu lassen, wie eine neue Brücken­rampe neben der Bahnlinie aussehen könnte.

Stufen zum Wasser

„Nächstes Jahr möchte ich dort eine Baustelle haben“, betonte Kirsch mit Blick auf die marode Ufermauer. Weitgehendes Einverständnis bestand seitens der Bürger mit der Planung, die im Bereich des Dampferstegs anstelle der Ufermauer Stufen aus Granit oder Beton vorsieht; sie werden zum Wasser hinunterführen. Im Bereich des Boxler-Gartens südlich des Mühlbachs sollen die Stufen durch Grünflächen aufgelockert und naturnah gestaltet werden, um die Seele baumeln lassen zu können.

Ursula Nagl

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