Aus Fuchs und Haas werden Wohnungen

Gemeinderat Dießen stimmt Verdichtung zu

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Die Kultkneipe „Bei Fuchs u. Has“ samt Nebengebäuden im Dießener Ortsteil Dettenhofen wird abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt.

Dießen-Dettenhofen – Fuchs und Has haben sich längst davongeschlichen. Die gleichnamige Kultkneipe in dem über 300 Jahre alten Gebäude an in Dettenhofen ist geräumt, so dass die Abrissbirne anrücken kann. Der Dießener Bau- und Umweltausschuss gab jetzt im zweiten Anlauf mit 6:3 Stimmen „zähneknirschend“ seinen Segen für das umstrittene Bauvorhaben.

Auf dem Grundstück, im Flächennutzungsplan als Dorfgebiet ausgewiesen, will der Bauwerber einen Dreispänner, ein Doppelhaus und zwei Einfamilienhäuser erstellen. Für die sieben Wohneinheiten wurden 14 Parkplätze mit sieben Garagen und sieben offenen Stellplätzen nachgewiesen. Ohne die Parkplätze wird die überbaute Fläche 446 Quadratmeter erreichen. Also weniger als der Bestand mit Gaststätte, Wohnhaus und Stallgebäude mit 479 Quadratmetern.

Gegen Lage der Häuser, Grundflächen, Gebäudeabmessungen und Geschosszahlen gab es bei der ersten Vorstellung im Bau- und Umweltausschuss keine Bedenken, wohl aber bei der geplanten Firsthöhe. Die ist mit 11,50 Meter um 1,17 Meter höher als beim „Fuchs u. Has“-Gebäude. Hier würde für nachfolgende Bauvorhaben ein neuer Maßstab geschaffen. Die Bauvoranfrage wurde zwischenzeitlich vom Landratsamt Landsberg geprüft und eine Genehmigung empfohlen. Eine Ablehnung sei nicht gerechtfertigt. Es werde der Gemeinde dringend angeraten, das gesetzlich vorgeschriebene Einvernehmen zu erteilen. Was mit der Abstimmung auch erreicht wurde. Allerdings wurde im Beschlussvorschlag noch die Anregung von Franz Sanktjohanser (Dießener Bürger) aufgenommen, die Häuser an der St. Martin-Straße zu drehen, damit sie giebel- und nicht traufseitig zu sehen sind. Marc Schlüpmann (Grüne) hatte hier vor einer „massiven Wand“ gewarnt.

Gemeinderat Michael Hofmann (Bayernpartei) nannte das Bauvorhaben „rücksichtslos gegenüber der Dorfstruktur“ und Gabriele Übler (Grüne) betonte, die Pläne hätten nichts dem gewachsenen Dorfcharakter zu tun. Sie mahnte noch für den Bestand der Bäume, wobei hier die Gemeinde aber keine Möglichkeit sah. Es könnten lediglich Ersatzpflanzungen gefordert werden.

Dem „Fuchs u. Has“-Gastwirt Stephan Wilkening wurde der Pachtvertrag zum 30. April aus heiterem Himmel gekündigt. Auf Facebook machte Wilkening seine Enttäuschung publik: „Demnächst soll der Standort unseres beliebten und vertrauten Baus einer scheinbar lukrativeren Nutzung zugeführt werden und zunächst dem Erdboden gleich gemacht werden.“ Nach 24 Jahren als Wirt werde es ihm eng in der Brust. Er begebe sich aber auf die Suche nach einer neuen „Höhle“ und freue sich auf Tipps zu möglichen Objekten. 
Dieter Roettig

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