Wie eine Tropfsteinhöhle

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Ein Ausbau der Rialtobrücke über den Mühlbach könnte die marode Fuß- und Radwegbrücke entlang der Bahngleise überflüssig machen.

Dießen – 20 der insgesamt 63 Brücken der Gemeinde Dießen wurden im vergangenen Jahr überprüft. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Bauingenieur Konrad Bischel vom Büro Lotter aus Dießen das Ergebnis vor. Schlechte Bewertungen bekamen insbesondere Brücken in den Ortsteilen Bierdorf und Riederau, sowie das Nepomukbrückerl in St. Georgen.

Eine Sanierung oder einen Ersatzbau schlagen die Fachleute für die Brücken in der Rogisterstraße und in der Gartenstraße in Riederau vor. Insbesondere die Unterseite der Brücke in der Rogisterstraße gleiche einer Tropfsteinhöhle. Sehr schlecht schnitt auch die Brücke über den Steinigen Graben am Seeweg Nord ab. Ganz oben auf der Liste der Sorgenkinder steht allerdings die Brücke über den Gruberbach in Bierdorf, unweit der Bierdorfer Kapelle. Hier, so Bischel, sei aus seiner Sicht ein Ersatzbau zeitnah erforderlich. Zwar sei die Brücke nicht einsturzgefährdet, aber Abplatzungen am Beton, Risse und Tropfsteinbildung würden eine Rückstufung der Traglast erforderlich machen, was problematisch sei, da das Bauwerk häufig von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird. Im Zuge der Sanierung der Mühlstraße in Dießen werde derzeit ein großer Instandsetzungsschub hinsichtlich der Brücken am Mühlbach und in der Fischerei bewältigt, betonte Bischel. 

Eine Nachfrage von Petra Sander (Grüne) rückte auch die Brücken in der östlich benachbarten Seeanlage in den Mittelpunkt. Sander wollte wissen, ob eine Sanierung der unmittelbar neben der Eisenbahnlinie befindlichen, wenig genutzten Fuß- und Radwegbrücke überhaupt sinnvoll sei, solange die Eisenbahnbrücke seitens der Bahn in ihrem desolaten Zustand belassen werde. Für Bauingenieur Bischel stellte sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Erhalt der bahnbegleitenden Fuß- und Radwegbrücke überhaupt notwendig und sinnvoll sei, oder ob es für die Gemeinde nicht vorteilhafter sei, sich hier Unterhaltskosten zu sparen oder sogar an einen Rückbau zu denken und stattdessen in einen Neubau der wenige Meter östlich gelegenen Rialtobrücke zu investieren. Damit wären Bauhoffahrzeuge nicht mehr auf die bahnbegleitende Brücke angewiesen. Ein Gedanke, der Hanni Baur (SPD) nicht gefiel: Sie möchte „die Brücken dort nicht anlangen“, solange nicht klar sei, was in den Seeanlagen geschehen soll. 

Vize-Bürgermeister Peter Fastl (Freie Wähler), der die Sitzung in Vertretung leitete, räumte ein, dass sich der Gemeinderat im Vorfeld der Haushaltsberatungen 2015 über die anstehenden Brückensanierungen Gedanken machen muss.

Ursula Nagl

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