Viel Geld für ein Klo

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Für jedes Bedürfnis das passende Örtchen…

Geltendorf – Die Planung für ein Toilettenhäuschen am Geltendorfer Bahnhof wird allmählich konkreter. Der Gemeinderat hat Angebote eingeholt und eine kürzlich aufgestellte Anlage in Kaufering besichtigt. Ein Standort wurde inzwischen gefunden. Die Toilettenanlage soll neben den Fahrradständern auf einem Gemeindegrundstück an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Straße Am Bahnhof stehen.

Robert Sedlmayr (ÖDP) warf die Frage auf, ob das angedachte Häusl groß genug für den zu erwartenden Bedarf sei. Es handelt sich um einen einzelnen behindertengerechten Raum für Damen und Herren mit einer selbstreinigenden Toilette und vandalismus-resistenter Inneneinrichtung aus Edelstahl.

Wie Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) sagte, könnten zusätzliche Elemente wie etwa ein Wickeltisch gegen Aufpreis eingebaut werden. Sedlmayr wünschte sich aber – ähnlich wie in Kaufering – einen weiteren Raum mit mehreren Urinalen „für die schnellen Geschäfte der Männer“. Er hatte dabei unter anderem die Züge voller heimkehrender Oktoberfestbesucher im Blick. Müssten die vor einer einzigen Toilette lange anstehen, „gehen sie doch wieder in die Botanik“.

Horst Kürschner (Grüne) sah das ähnlich, doch die Ratsmehrheit war anderer Ansicht. Am geplanten Standort sei nicht ausreichend Platz für eine größere Anlage, so ein Argument. Außerdem wäre diese mit 160000 Euro deutlich teuer als die geplante Variante, die mit rund 95000 Euro zu Buche schlägt. „Das ist schon eine Menge Geld für ein Klo“, befand Thomas Dietsch (FB). Zu den Anschaffungskosten käme noch der laufende Unterhalt hinzu. Die Reinigungskosten könnten laut Geschäftsstellenleiter Florian Hänle bis zu 600 Euro im Monat betragen.

Mit zwei Gegenstimmen einigte man sich schließlich darauf, bei der mehrheitlich favorisierten Variante zu bleiben. Der Bauausschuss soll nun weitere Ausstattungskriterien festlegen und die Verwaltung die Zuschussanträge bei der Regierung stellen.

Ulrike Osman

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