"Der zweite Hund ist Luxus"

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Eine höhere Hundesteuer fordert der Rotter Gemeinderat, dafür kommt zur Hundestation auf der Nordseite des Kalvarienberg im Süden eine weitere dazu.

Rott – Grund und Gewerbesteuer gehören zu den größten Einnahmequellen der Gemeinden. Eine eher untergeordnete Rolle spielt die Hundesteuer. Dennoch war die Höhe der Einnahmen daraus den Gemeinderat zu gering: Mit 10:2 beschloss man, dass der erste Hund nun 40 anstatt 30 Euro kostet.

In Rott kamen durch die Hundesteuer im Vorjahr rund 3500 Euro in die Kasse. Zu wenig, wie einige Gemeinderäte bei der Haushaltsvorbesprechung befanden, denn Rott gibt für die Vierbeiner in Form von Hundeklos auch einiges an Geld aus. Wie viel das in Summe ist, darüber informierte Bürgermeister Quirin Krötz die Räte in der letzten Sitzung. Rund 5000 Euro wendete die Gemeinde für die Leerung und die Müllentsorgung im vergangenen Jahr auf. Diese Kostenrechnung stieß jedoch nicht auf einhellige Zustimmung.

Der zweite Bürgermeister Christoph Böhmer und auch Stephan Rupp zweifelten die Höhe an. „Wir müssen die Stationen einmal die Woche ausleeren, zwei Leute sind da mindestens eine Stunde mit einem Fahrzeug im Einsatz“, zählte Krötz daraufhin neben den Müllgebühren und den Kauf der Plastiksäcke als Kostenfaktoren auf. Weitgehend Einigkeit herrschte innerhalb des Gemeinderats darüber die im Vergleich zu anderen Orten sehr niedrigen Hundesteuersätze anzuheben.

Über die Erhöhung selbst, aktuell kostet der erste Hund 30 Euro, gingen die Meinungen auseinander. Von 30 Prozent bis 30 Euro mehr reichten die Vorschläge. „Es ist aber nicht gerecht die Kosten nur auf die Rotter umzulegen, schließlich werden sie auch von Hunden von außerhalb verursacht“, warb Waburga Perras, wie auch Gabi Schneider, für eine moderate Erhöhung. „Ich bin froh um jeden Haufen, der nicht im Feld landet“, meinte Schneider.

Auch Krötz hielt nichts von einer deutlichen Anhebung. „Kostendeckend muss das Ganze nicht sein“, erklärte der Bürgermeister. Ihm stieß vielmehr sauer auf, dass einige Hunde in der Gemeinde nicht gemeldet sind. „Das ist unfair allen anderen gegenüber“, appellierte er an die „Schwarzhundehalter“ ihren Vierbeiner ordnungsgemäß zu melden.

Letztlich schlossen sich die Gemeinderäte dem Vorschlag Markus Hager an, der die soziale Funktion eines einzelnen Hundes hervorhob. „Der zweite und dritte Hund ist Luxus, da können wir mehr erhöhen.“ Mit einer 10:2-Mehrheit beschloss der Rat den ersten Hund um zehn Euro zu erhöhen. Jeder weitere Hund kostet zukünftig 20 Euro mehr. Für den zweiten werden damit 80 und für den dritten 110 Euro fällig.

Darüber hinaus beriet das Gremium über die Standorte der sechs neu angeschafften Hundestation, die zusammen knapp 1500 Euro kosteten. Sie werden unter anderem am Seehäusl, am Flugplatz, an der Lugenseestraße und am Kalva­rienberg aufgestellt.

Roland Halmel

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