In Denklingen wird abgespeckt!

Bürger- und Vereinezentrum darf nur 10 Millionen Euro kosten

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Was bleibt nach der Kostendeckelung auf zehn Millionen Euro noch übrig von der planerischen Substanz, wie sie in vielen Ideen zum Denklinger Bürger- und Vereinezentrum beim Architektenwettbewerb 2015 (Foto) zu sehen war?

Denklingen – Eine Kostendeckelung streben die Denklinger Gemeinderäte beim geplanten Bürger- und Vereinezentrum an. Darum kommt es Mitte dieses Jahres zu einem Schnitt in der Vorplanung. Die Architekten und Ingenieure vom Gautinger Büro Köhler Architekten müssen einen neuen Entwurf für den Hochbau vorlegen. Die Obergrenze liegt nun bei zehn Millionen Euro brutto für das große Haus und für die Sportanlagen.

Damit heißt es nach mehreren Sparrunden und nach einer Klausur im Mai, vom jetzigen Kostenstand von 12,3 Millionen Euro brutto weiter massiv abspecken. Wenn die Gemeinde einen „Betrieb gewerblicher Art“ gründet und von den Vereinen eine vom Finanzamt anerkannte monatliche Miete kassiert, braucht sie die Umsatzsteuer nicht zu bezahlen. Dann wären es netto 10,3 Millionen. Zunächst lagen die Kosten nach Informationen des KREISBOTEN gar bei rund 15 Millionen Euro – brutto.

„Wir fangen nochmals bei Null an“, kommentiert Burkhard Basner vom Büro Köhler Architekten auf Anfrage die neue Ausgangslage. Er war auch auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Denklingen anwesend. Und da wurde beschlossen, die Leistungsphase 2 (Entwurfsplanung mit Kostenschätzung) zu wiederholen. Will heißen: Die beteiligten Architekten und Ingenieure für den Hochbau müssen eine Umplanung vornehmen.

Der zweite Ratsbeschluss beinhaltete den Kauf aller betroffenen Grundstücke. Für diese Felder besteht bereits ein Ankaufsrecht der Gemeinde. Dafür sind Ausgaben in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Betrag ist separat vom Bürger- und Vereinezentrum angesetzt, ist im Haushaltsplan der Gemeinde so vorgesehen. Das Areal ist ungefähr zwölf Hektar groß.

Es sei momentan eine „schwierige Situation“, räumt Architekt Burkhard Basner ein. Auf der einen Seite seien die Planer bemüht, das Raumprogramm, das schon im Architektenwettbewerb vor zwei Jahren „dezidiert“ vorgegeben worden sei, entsprechend umzusetzen. Auf der anderen Seite stünde neben den Raumwünschen die klare Ansage der Gemeinderäte, dass die Kosten, wie sie bislang in der Vorplanung errechnet worden sind, politisch nicht zu vertreten seien.

Dabei sei in bisherigen Sparrunden schon einiges weggefallen. Dazu zählt die Lüftung im Saal, der auch kleiner werde als im ursprünglich Entwurf. In der Länge des rechteckigen Gebäudes – zunächst 115 Meter – sei man mittlerweile bei 85 Metern angelangt, nachdem um „zwei Achsen“ gekürzt wurde. Verzichtet werde auf das Foyer.

Bewirtung reduziert

Eine Auswirkung davon ist , so Basner, dass die Gastronomie eine Küche erhalte, die für 80 Plätze im Restaurant, im Nebenzimmer und auf weitere Gäste auf der Terrasse ausgelegt sei. Für Großveranstaltungen sei daher ein Catering erforderlich. Ursprünglich war vorgesehen, dass ein künftiger Gastronom die technischen Voraussetzungen hat, eine Bewirtung für 350 bis 400 Gäste im Foyer vorzubereiten, wenn im Saal eine große Veranstaltung stattfindet.

Auf den Bereich Hochbau (Bürger- und Vereinehaus) entfallen nach jetzigem Stand drei Viertel der Kosten. Ungefähr ein Viertel der Summe betrifft die Außenanlagen und die Sportplätze. Dafür ist das Büro „Die Grille“ aus Penzberg zuständig, die mit den Köhler Architekten aus Gauting für den Architektenwettbewerb zum Denklinger Bürger- und Vereinezentrum eine Arbeitsgemeinschaft gebildet hat.

Verzögerung

Fakt ist, dass mit der Wiederholung der Leistungsphase 2 die Planungskosten steigen. Fakt ist auch, dass sich das Projekt zeitlich verschiebt. War man bisher davon ausgegangen, dass ab Frühjahr 2019 die Sportanlagen genutzt werden können und dass zu Ostern 2019 auch das Bürger- und Vereinehaus in Betrieb gehen kann, so wird es zu einer deutlichen Verzögerung kommen. Das mache „mindestens ein halbes Jahr aus“, sagt dazu Architekt Basner.

Am Raumprogramm für die Vereine soll indes festgehalten werden, wie auch Bürgermeister Michael Kießling im Wahlkampf betonte. So sind unter anderem eine Kegelbahn, ein Proberaum für die Musikkapelle mit einem Zimmer für Registerproben), ein Schützenheim und Räume für Sportabteilungen vorgesehen. Doch ist davon auszugehen, dass der Keller noch kleiner wird, mehr Technik in den Bühnenbereich verlagert wird und das Gebäude insgesamt weiter schrumpft.

Freilich: Am Ende der neuen Vorplanung steht erst eine Kostenschätzung. Erst dann geht’s in die nächste Phase, und es kommt zu einer Kostenberechnung. Als nächstes folgen die Ausschreibungen an die Firmen. Doch da sind angesichts der aktuellen Konjunktur gewaltige Differenzen möglich. Die Gemeinde Denklingen weiß das selbst am besten – zum Beispiel von den Auftragsvergaben für das neue Rathaus im Gasthof „Hirsch“.

Johannes Jais

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