Comeback für Jugendhaus

Gemeinderat Utting sagt ‚Ja‘ zu einem provisorischem Jugendhaus

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Wahrlich kein Schmuckstück war das inzwischen abgerissene Jugendhaus in der Uttinger Dyckerhoffstraße. Jetzt erwägt die Gemeinde nach einem Antrag der Jungen Union ein Provisorium mit Containern.

Utting – Von 1997 bis 2017 gab es in der Uttinger Dyckerhoffstraße einen offiziellen Jugendtreff. In den letzten Jahren wurde er immer weniger genutzt – das Freizeitverhalten der Jugend hatte sich drastisch verändert. Chillen, Musik hören, ständig mit dem Smartphone alle Zugänge zur medialen Welt nutzen oder zuhause am Computer online mit anderen World of Warcraft spielen, waren angesagt.

Wen juckte da noch ein Tischkicker oder eine Dartscheibe in einem Jugendtreff? So musste auch die Gemeinde konstatieren, dass das JUZE wohl seinen Zenit überschritten und keine Zukunft mehr hat. Das Haus wurde abgerissen und das Grundstück verkauft. Jetzt scheint sich ein Comeback für ein Jugendhaus anzubahnen.

Die Junge Union Ammersee-Westufer (JU) hatte einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, der in der letzten Sitzung ausführlich behandelt wurde. Da wohl in absehbarer Zeit keine finale Lösung für ein neues Jugendhaus realisiert werden könne, empfahl die JU zunächst die Errichtung eines provisorischen Jugendhauses. Und zwar in Form von vier Containern, bestehend aus drei normalen und einem Sanitärcontainer.

Nach lebhafter Diskussion sprach sich der Gemeinderat grundsätzlich für die Errichtung eines provisorischen Jugendhauses aus. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein geeignetes gemeindeeigenes Grundstück in der Größe von circa 400 Quadratmetern zu ermitteln. Voraussetzung für einen Container-Standort seien bestehendes Baurecht sowie Spartenanschlüsse mit Strom, Heizung, Wasser und Abwasser.

Nachdem bei der Veranstaltung „Jugendhaus – und dann?“ Ende Juli die anwesenden Jugendlichen einstimmig ein neues Jugendhaus gefordert hatten, kam jetzt mit dem Antrag der Jungen Union Bewegung in die Sache. JU-Ortsvorsitzender Simon Hafner unterstrich die Forderung der Heranwachsenden nach einer Örtlichkeit, wo man Feiern oder sich ungezwungen treffen kann. Das Jugendhaus könne unter Selbstverwaltung der Jugend oder auch mit Begleitung von pädagogischem Fachpersonal geführt werden.

Gemeinderat Ralf Stief (CSU) befürwortete das Provisorium, um prüfen zu können, ob wirklich ein Bedarf da sei. Helmut Schiller (SPD) hielt dagegen, dass eine Container-Lösung nichts Ganzes und nichts Halbes sei. Er plädierte für eine dauerhafte Lösung, vielleicht sogar im jetzigen Rathaus, wenn die Verwaltung in das alte VR-Gebäude umziehen sollte. Peter Noll (GAL) freute sich, dass der Antrag ein längst überfälliger Anstoß sei. Es müssten aber noch viele offene Fragen geklärt werden wie Kosten, Betreuung, Altersstruktur oder Zuwegung. Man dürfe mit einer Lösung nicht zulange warten, „denn die Jugend altert schneller als wir Alten“. Patrick Schneider (GAL) schloss sich dem an und forderte, mit einer zeitnah zu realisierenden Containerlösung anzufangen. Voraussetzung aber sei, dass die Jugend aktiv mitziehe.
Dieter Roettig

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