Sicherheitswacht am Ammersee?

Polizei Dießen rät zur Sicherheitswacht für Utting

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Gegen eine ehrenamtliche und freiwillige Sicherheitswacht im Summerpark auf Anregung der Polizeiinspektion Dießen sprach sich der Uttinger Gemeinderat aus. Man sei mit der Arbeit des Sicherheitsdienstes Unger zufrieden.

Utting – Brauchen die Ammersee-Gemeinden eine Sicherheitswacht als verlängerten Arm der Polizei? Im Uttinger Gemeinderat zumindest wurde das Thema mit einem klaren Nein beantwortet, nachdem man auch heuer einen privaten Sicherheitsdienst für Brennpunkte wie Summerpark oder Sonnendachl engagiert hatte.

Vorausgegangen war ein Schreiben der Dießener Polizeiinspektion, das Bürgermeister Josef Lutzenberger zur Diskussion stellte. Hier wurde der Einsatz einer freiwilligen Sicherheitswacht angeregt als Antwort auf eine Aussage von GAL-Gemeinderat Patrick Schneider. Der hatte seinerzeit gegen das erneute Engagement des Sicherheitsdienstes Unger für 21.000 Euro gestimmt: „Wir zahlen für den Job, den eigentlich die Polizei machen sollte.“

Da die Polizeiinspektion Dießen aber gerade an den Wochenenden ausgelastet sei und keine Möglichkeit für regelmäßige Patrouillen im Summerpark und anderen Orten habe, kam von ihrer Seite der Vorschlag der Einrichtung einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht. Zusammen mit Schondorf und Dießen könne man hier Synergien entwickeln.

Die Sicherheitswacht sei keine Hilfspolizei oder Bürgerwehr, wie das Bayerische Innenministerium auf seiner Webseite betont. Sie ersetze nicht die Aufgaben der Polizei, sondern ergänze sie als rechtsstaatliche Alternative. Als zusätzliches Instrument der Inneren Sicherheit habe sie sich seit der Einführung 1994 bestens bewährt. Polizei und Sicherheitswacht würden sich im Dienst für den Bürger ergänzen und eng zusammenarbeiten.

119 Sicherheitswachten sind derzeit in 143 bayerischen Gemeinden im Einsatz. Unter den 933 Freiwilligen sind 312 Frauen und 34 ausländische Mitbürger. Für eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde sorgen sie schon allein durch ihre Präsenz für mehr Sicherheit und Ordnung. Bewerber müssen zwischen 18 und 62 Jahren alt sein, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung und einen guten Leumund nachweisen. Sie werden intensiv für ihr Aufgabengebiet geschult und mehrmals pro Montat stundenweise eingesetzt.

Die Angehörigen der Sicherheitswacht können auf frischer Tat ertappte Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten sowie Notwehr und Nothilfe für andere Bürger ausüben. Sie können Personen anhalten, befragen und Personalien feststellen, wenn dies zur Gefahrenabwehr oder zur Beweissicherung notwendig ist. Außerdem dürfen sie bei Gefahr im Verzug Platzverweise erteilen.

Vielleicht denken einige Ammersee-Gemeinden doch über die Einrichtung einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht nach, nachdem es in letzter Zeit immer wieder zu nächtlichem Vandalismus gekommen ist. Wie gerade in Schondorf, wo Außenspiegel von Autos abgetreten und Autoscheiben eingeschlagen wurden. Oder in Utting und Dießen, wo man mit dem Herausheben von Gullydeckeln gefährliche Situationen provoziert hatte. Umgeworfene Mülleimer und Blumentöpfe oder herausgerissene Zaunlatten sind da noch harmlos, wenngleich genauso ärgerlich. Allein durch die Existenz und das Auftreten einer Sicherheitswacht könne man dem Treiben der Vandalen Einhalt gebieten, so ein geschädigter Autobesitzer.

Dieter Roettig

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