Bürger machen Dampf

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Einige Dießener wollen den Bahnhof in einen genossenschaftlich bewirtschafteten „Bürger- und Kulturbahnhof“ verwandeln.

Dießen – Ein Bahnhofsgebäude mit Tourist-Info, Postfiliale, Kiosk, Gastronomie und Kleinkunstbühne als „Identität stiftendes Gebäude“, dass von allen Kreisen der Bevölkerung genutzt werden kann, macht Dießen attraktiver.

So lautet das Fazit einer Fünfergruppe aus Thomas Kanzler, Roland Kratzer, Thomas Lindner, Herbert Metze und Roland Wolloner-Scharfe, die den Bahnhof in Dießen in einen genossenschaftlich bewirtschafteten „Bürger- und Kulturbahnhof“ verwandeln möchte.

Die Idee eines Bürgerbahnhofs, die Gemeinderat Kratzer (Dießener Bürger) anregte, hat sich jetzt konkretisiert. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Wolloner-Scharfe als Sprecher der Gruppe das Konzept vor: Eine Genossenschaft aus Bürgern und Unternehmern soll die Gemeindeimmobilie auf Erbpachtbasis erwerben. Auf einem Teil ist ein Gastronomiebetrieb mit Veranstaltungssaal und Kleinkunstbühne vor-gesehen. Von Vorteil seien die Mietwohnungen im Obergeschoss, denn „Mieter haben ein Auge auf ihr Umfeld“, so Wolloner-Scharfe.

Die Gruppe hat auf Basis der Sanierungsplanung des Architekten Matthias Krapf kalkuliert, der vor Kurzem den Ideenwettbewerb zur Sanierung des Bahnhofsgebäudes für sich entschied. Die Sanierung für 700000 Euro soll aus Genossenschaftsanteilen, Fördergeldern und Krediten finanziert werden. Neben den jährlichen Mieteinnahmen wird ab 2014 auch mit Pachteinnahmen für das Erdgeschoss in einer Höhe von bis zu 54000 Euro pro Jahr gerechnet. Bei einem errechneten Jahresertrag von 11500 Euro sind monatlich 1000 Euro als Erbpacht für die Gemeinde vorgesehen.

Eine Entscheidung ist für die  Gemeinderatssitzung am 28. Januar geplant. Sollte das Genossenschaftsmodells angenommen werden, möchten die Initiatoren bis März tausend Genossenschaftsanteile verkaufen. Den Betrieb könnte der „Bürger- und Kulturbahnhof“ dann im Frühjahr 2014, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten, aufnehmen. una

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