Gemeinsam für den Pfarrhof

Für den Erhalt das Pfarrhofs bekommen die Kirchenstiftung und Apfeldorf die Denkmalschutzmedaille. Foto: Schmid

Eine ganz besondere Auszeichnung wird der Katholischen Kirchenstiftung Heilig Geist und der Gemeinde Apfeldorf zuteil: Für ihre gemeinsamen Verdienste um den historischen Pfarrhof erhalten sie die Bayerische Denkmalschutzmedaille.

„Wir sind stolz darauf, dass wir so eine Auszeichnung bekommen“, freute sich Bürgermeister Georg Epple. Die Medaille sei ein weiteres Beweis dafür, dass die Entscheidung für die Übernahme des historischen Gebäudes damals richtig gewesen sei, folgerte er. Am 4. Mai wird Epple zusammen mit Pfarrer Michael Vogg, Kirchenpfleger Erwin Filser und Dr. Heide Weißhaar-Kiem (Kreisheimatpflegerin für den Fachbereich Baudenkmäler) vom Landratsamt Landsberg nach München zur offiziellen Verleihung fahren. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, wird dort in einem feierlichen Akt der Kirchenstiftung und der Gemeinde aufgrund der „besonderer Verdienste um den Denkmalschutz und die Denkmalpflege in Bayern“ die Medaille überreichen. Die Zukunft des geschichtsträchtigen Gebäudes, welches Mitte des 18. Jahrhunderts von dem berühmten Kirchenbaumeister Johann Michael Fischer erbaut wurde und damit eine große historische Bedeutung hat, war lange Zeit völlig ungewiss. Dass der Pfarrhof überhaupt erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte, war das Ergebnis langwieriger Verhandlungen, in denen Pfarrer Michael Vogg, Kirchenpfleger Erwin Filser und Bürgermeister Georg Epple immer wieder auf zahlreiche Widerstände gestoßen waren – bis das Juwel dann am Ende durch umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, die von Kirche und Gemeinde gemeinsam finanzierten wurden, gerettet werden konnte. Für ihre Beteiligung an den Baukosten erhielt die Gemeinde von der Kirche für die Dauer von 50 Jahren ein Nutzungsrecht auf die Hälfte des Anwesens. Seit fast zwei Jahren sind nun in dem historischen Gebäude die Kirchengemeinde und die Gemeindeverwaltung unter einem gemeinsamen Dach untergebracht. Dass die Gemeinde zusammen mit der Kirchenverwaltung den Pfarrhof übernommen habe und beide das Gebäude zusammen nutzen würden, sei einer der Entscheidungsgründe gewesen, weshalb die Apfeldorfer die Medaille bekämen, teilte das Staatsministerium dem Bürgermeister mit. Als sehr positiv erachtete das Ministerium auch, dass für das historische Haus die Bezeichnung „Pfarrhof“ geblieben sei und das Gebäude nicht etwa in „Rathaus“ unbenannt worden sei, nachdem die Gemeindeverwaltung dort eingezogen war. Beeindruckt waren die Entscheidungsträger des Ministeriums auch von der multifunktionellen Nutzung des Pfarrhofs: Denn dort ist längst nicht nur die Gemeindeverwaltung, ein Trauungssaal, der Sitzungssaal für den Gemeinderat und die Kirchenverwaltung untergebracht, sondern das Gebäude wird auch rege von örtlichen Vereinen und Organisation sowie für Veranstaltungen aller Art genutzt. Der alljährliche Neujahrsempfang findet dort ebenso statt wie Lesungen, Vorträge, Vereinsversammlungen und private Feiern – angefangen von der Hochzeit bis hin zu Tauf- und Kommunionfeiern. Den Pfarrhof-Neubau hatte seinerzeit noch das Kloster Polling veranlasst: Im Jahre 1745 genehmigte das Kloster den Bau, und zwei Jahre später wurde der alte Pfarrhof in Apfeldorf abgerissen – oder vielmehr, er fiel schon fast von selbst zusammen. Im April 1747 legte dann Gerichtsschreiber Josef Ganzenmüller den Grundstein für das majestätisch anmutende Gebäude, das heute noch Apfeldorf ziert. Fertiggestellt wurde der Bau im Jahre 1750.

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